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"Eine Generation Corona darf es nicht geben!" - Azubis demonstrieren in Braunschweig

Auszubildende und Dual Studierende machen sich Sorgen um ihre Zukunft. Allein in unserer Region seien über die Industrie- und Handelskammern 12 bis 14 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen worden.

Auszubildende und dual Studierende demonstrieren vor dem Staatstheater für ihre Zukunft. Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen.
Auszubildende und dual Studierende demonstrieren vor dem Staatstheater für ihre Zukunft. Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Foto: IG Metall Kooperationsbüro SüdOstNiedersachsen

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02.10.2020

Braunschweig. Am Freitagabend demonstrierten 140 Auszubildende, dual Studierende und Jugendvertreterinnen und -Vertreter aus Braunschweig, Salzgitter-Peine und Wolfsburg unter dem Motto „Ausbildungsplätze, duales Studium, Übernahme und Beschäftigung sichern!“ vom Schlossplatz bis zum Staatstheater. Hintergrund sei die sich zuspitzende Lage für junge Menschen in den Betrieben und an den Hochschulen. Viele Auszubildende und dual Studierende blicken mit Sorge auf die Zeit nach ihrer Ausbildung, wie die IG-Metall Geschäftsstellen in Südost-Niedersachsen in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklären.



„Wir müssen verhindern, dass Auszubildende und dual Studierende in der Krise vergessen werden. Deswegen sind wir heute hier und machen auf uns aufmerksam: Eine Generation Corona darf es nicht geben! Als Jugend fordern wir von den Unternehmen, dass sie die Ausbildungsplätze sichern und nicht weiter abbauen. Allein in unserer Region wurden über die Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammern rund 12 bis 13 Prozent weniger Ausbildungsverhältnisse abgeschlossen“, so Adriana Gilbo, Jugendvertreterin bei Volkswagen in Wolfsburg.

Kundgebung am Staatstheater


Am Staatstheater wurde ein großes Transparent vom Balkon gelassen. Abgerundet wurde die Aktion mit buntem Konfetti und weiteren Redebeiträgen. Versammlungsleiter David Rösler von der IG Metall Braunschweig ergänzt: „Das Staatstheater Braunschweig hat uns freundlicherweise ihren Vorplatz und Balkon für unsere Kundgebung überlassen und ist selbst mit positivem Beispiel vorangegangen: Es wurden trotz der Pandemie dieses Jahr mehr Auszubildende als im letzten Jahr eingestellt.“ „Wir erwarten ganz klar: gerade in Krisenzeiten müssen Auszubildende und dual Studierende übernommen werden! Auch nach einer Krise werden junge Menschen in den Betrieben gebraucht. Wir sind die Fachkräfte von morgen!“, sagt Niklas Henk, Jugendvertreter bei Volkswagen in Salzgitter.

Krise bei der Benotung berücksichtigen


Lasse Riebandt, Jugendvertreter bei Volkswagen in Braunschweig betonte: „Neben vielen Ausfällen in der Berufsschule sind auch sehr viele Vorlesungen in den Universitäten und Fachhochschulen ausgefallen. Ein vergleichbares Lernen wie in der Zeit vor Corona ist aktuell einfach nicht möglich. Genau diese Umstände müssen jetzt bei der Benotung und auch bei der Übernahme berücksichtigt werden.“

"Wenn das Werk in Salzgitter geschlossen wird, was passiert dann mit uns?"


Besonders die geplanten Massenentlassungen bei MAN Salzgitter sehen die jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als Bedrohung: „Wenn das Werk in Salzgitter geschlossen wird, was passiert dann mit uns? Viele werden eine sichere berufliche Perspektive und eine hochwertige Berufsausbildung verlieren!“, sagt Melise Pelek, Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung bei MAN in Salzgitter.

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Die Kundgebungen und Demonstration fanden im Rahmen der Aktionswoche der IG Metall Jugend statt. Unter dem Motto „Organice Solidarity“ rief die IG Metall Jugend in der Woche vom 28. September bis zum 2. Oktober bundesweit zu Aktionen auf, um auf die Situation von Auszubildenden und dual Studierenden während der Corona-Pandemie aufmerksam zu machen.


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