Braunschweig

Eine Schachtel Kunst, bitte



Artikel teilen per:

31.07.2014


Braunschweig. Die Ateliergemeinschaft Tatendrang-Design hat ein neues kulturelles Netzwerkprojekt ins Leben gerufen, das den Alltag bunter machen soll. Die Künstlerinnen Tonia Wiatrowski, Roberta Bergmann und Meike Töpperwien haben vier mechanische Warenautomaten zu „Kunstautomaten“ umgebaut, die in der Stadt aufgestellt werden.

Die Automaten sind gefüllt mit je 150 bis 200 Schachteln in der Größe von Zigarettenpackungen. In jeder Schachtel befinden sich zum Beispiel Kunstwerke, Papeterie, Designobjekte, Lyrik, Prosa, Musik und vieles mehr - alles erdacht, geschrieben und gestaltet von kreativen Menschen in Braunschweig.

Vor dem Tatendrang-Design Laden in der Breiten Straße/ Ecke Kaffeetwete befindet sich der eher versteckt installierte Prototyp der Aktion: Der "Tat-O-Mat", ebenfalls ein umgebauter mechanischer Zigarettenautomat, der seit elf Jahren von den Designerinnen befüllt und betreut wird.

Jetzt verspürten die Künstlerinnen den Tatendrang, weitere Automaten in Betrieb zu nehmen, um auf die Vielfalt der Kunst aufmerksam zu machen: Ein "Kunstkasten" hängt nun in der Hochschule für Bildende Künste (HBK), für die Roberta Bergmann als Gastprofessorin arbeitet. Sie hat ein gutes Dutzend Studierende dafür begeistert, kleine Kunstobjekte in einer limitierten Auflage von 20 Exemplaren speziell für diesen Automaten zu schaffen.

Für 2 bis 5 Euro kann der interessierte Kunde nun rund um die Uhr eine Schachtel Kunst aus dem Automaten ziehen. Eine Beschilderung hilft ihm bei der Auswahl, die von Acyl-Miniportraits über Abzieh-Tattoos und Gedankenklecksen bis zu Entscheidungshilfen und Arbeiten aus dem Stegreif entwerfen reicht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Automat wird gut angenommen. In den ersten drei Tagen wurden bereits über 40 Schachteln verkauft.

Weitere Automaten sollen noch in diesem Jahr im Hauptbahnhof und vor der Torhausgalerie des Bundes Bildender Künstler aufgestellt werden. Der vierte Standort wird dann entweder in der Braunschweiger Innenstadt oder dem Studentenviertel der Technischen Universität zu finden sein.

„Diese originellen Selbstbedienungsautomaten haben die Unterstützung der Wirtschaftsförderung verdient. Sie helfen der Stadt dabei, die Öffentlichkeit wirkungsvoll auf das weite Spektrum der Kultur in Braunschweig aufmerksam zu machen“, betonte Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa. „Die Vielfalt der Kunstobjekte in den Schachteln aus den unterschiedlichsten Genres machen die in Braunschweig starke, aber heterogen zusammengesetzte Kultur- und Kreativwirtschaft als zusammengehörig und als eigenen Wirtschaftszweig erkennbar.“ Deshalb habe die Braunschweig Zukunft GmbH das „Kunstautomaten-Projekt“ mit knapp 5000 Euro unterstützt. Dies sei ein kleiner Teil der Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft, für die der Rat jährlich 100000 Euro zur Verfügung gestellt.

Künstler und Kreative, die Interesse haben, ihre Arbeiten über die Kunstautomaten zu vertreiben, können sich direkt an Tatendrang-Design (Ladenatelier, Breite Straße 18a, 38100 Braunschweig, Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 15 bis 19 Uhr und Sa 11 bis 16 Uhr) wenden.


zur Startseite