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Tagesmütter - Eine "Win-Win-Situation" für die ganze Familie



Goslar

Tagesmütter - Eine "Win-Win-Situation" für die ganze Familie


Tagesmütter wie Stefanie Barkhoff werden im Landkreis Goslar gesucht. Foto: Landkreis Goslar
Tagesmütter wie Stefanie Barkhoff werden im Landkreis Goslar gesucht. Foto: Landkreis Goslar Foto: Landkreis Goslar

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Goslar. „Moment“ schallt es über den Hausflur bevor Stefanie Barkhoff lächelnd die Tür zu ihrer Altbauwohnung in der Nähe der Goslarer Altstadt öffnet. Anspannung oder Stress sind im Gesicht der 32-Jährigen nicht auszumachen, vielmehr vermittelt sie an diesem sonnigen Montagmorgen eine große Portion Lebensfreude.

Das verwundert ein wenig, denn eigentlich hat die gelernte Krankenschwester jede Menge um die Ohren. In einem Zimmer warten nämlich vier Kleinkinder darauf, dass Stefanie Barkhoff ihnen aus dem beliebten Kinderbuch „Die kleine Raupe Nimmersatt“ vorliest, bevor der tägliche Mittagsschlaf ansteht. Als Tagesmutter betreut sie von Montag bis Freitag jeweils von 7 bis 15.30 Uhr mindestens vier Kinder im Alter zwischen zehn Monaten und zwei Jahren. Seit vergangener Woche ist sogar noch ein fünftes Kind hinzugekommen.

Raum für Flexibilität


Für die Mutter von zwei Kindern ist die selbständige Tätigkeit als Tagesmutter eine „Win-Win-Situation“, weil sie es ihr ermöglicht, Familie und Beruf perfekt unter einen Hut zu bringen. „Mein fünfjähriger Sohn Louis besucht bereits den Kindergarten, meine einjährige Tochter Maila wird hingegen von mir zu Hause betreut“, erläutert die 32-Jährige ihre Situation. „Würde ich meinem alten Beruf ausüben, würde mir der Spagat zwischen Kinderbetreuung, Haushalt schmeißen und Geld verdienen wahrscheinlich deutlich schwerer fallen“, so Barkhoff weiter. Die Entscheidung sich als Tagesmutter selbstständig zu machen, ist bereits vor der Geburt von Sohn Louis gefallen. „Den Qualifizierungskurs zur Tagesmutter beim Familien- und Kinderservicebüro (FamKiS) des Landkreises Goslar habe ich 2009 und 2010 absolviert. Die Tätigkeit selbst übe ich seit 2012 aus, und ich habe diese Entscheidung bisher keinen Tag bereut“, blickt Barkhoff zurück.

Bedarf ist gestiegen


Am Anfang sei es noch recht schwierig gewesen, eine ausreichende Anzahl von Kindern für die Betreuung zu bekommen, inzwischen könne sie sich vor Aufträgen und Anfragen aber kaum noch retten. „Der Bedarf an individuellen Betreuungsplätzen ist stark gestiegen, zudem funktioniert die Mundpropaganda hervorragend. Mit fünf Kindern habe ich das Kapazitätsmaximum inzwischen erreicht“, schildert Barkhoff die Entwicklung. Mit Blick auf ihr monatliches Einkommen zeigt sich die 32-Jährige ebenfalls zufrieden. „Ich verdiene in etwa so viel wie bei meiner Tätigkeit als Altenpflegerin. Darüber hinaus macht es großen Spaß mit den Kindern zu arbeiten, denn ihre Fröhlichkeit und Neugier stecken einfach an.“


Natürlich gibt es auch immer mal wieder Momente in denen es richtig anstrengend wird. So zum Beispiel im Winter, wenn vier oder fünf kleine Kinder mit warmer Kleidung ausstaffiert werden müssen. „Das kann dann schon mal an die Nerven gehen“, räumt Stefanie Barkhoff ein. Die Aufnahme einer Tätigkeit als Tagesmutter aber natürlich aus Tagesvater kann die 32-jährige Goslarerin uneingeschränkt empfehlen: „Ich bin mein eigener Chef, kann meinen Tagesablauf flexibel gestalten und empfinde bei meiner Arbeit wirklich viel Freude.“ Die Zusammenarbeit mit dem FamKis beschreibt Tagesmutter Barkhoff als ausgesprochen unkompliziert: „Im Qualifizierungskurs wurde ich mit einem profunden Basiswissen ausgestattet und auch bei Nachfragen und möglichen aktuellen Problemen haben die Mitarbeiterinnen immer ein offenes Ohr.“

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Derzeit gibt es zu wenig Kindergarten-Plätze in Goslar. Symbolfoto: Sina Rühland Foto: Sina Rühland


Dringend Tagesmütter und Tagesväter gesucht


Gegenwärtig fehlen im Stadtgebiet Goslar rund 125 Kindergartenplätze. Dies hat auch Auswirkungen auf die Kindertagespflege. Momentan sind der Bedarf und die Nachfrage an flexiblen, individuellen und familiennahen Betreuungsplätzen teilweise größer als das vorhandene Angebot. Daher ist das Familien- und Kinderservicebüro des Landkreises (FamKiS) dringend auf der Suche nach neuen Tagesmüttern und Tagesvätern, die bereit sind flexible Betreuungszeiten anzubieten.

Kurs beim Landkreis


Wer wie Stefanie Barkhoff Familie und Beruf kombinieren möchte, Interesse an einer Tätigkeit als Tagesmutter respektive Tagesvater hat, und sich den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit vorstellen kann, der hat ab August 2016 die Möglichkeit am Qualifizierungskurs des FamKiS teilzunehmen. Der Kurs richtet sich an alle, die Freude und Erfahrung an der Betreuung von Kindern haben, ein persönliches Eignungsgespräch beim FamKiS erfolgreich geführt haben, mindestens einen Hauptschulabschluss vorweisen können und über gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift verfügen. Der Kurs beginnt am 23. August dieses Jahres und endet am 25. Januar 2017. Der Unterricht wird 3 bis 5 Mal pro Woche in Goslar durchgeführt. Beratung und Anmeldung bei Frau Kim Humann unter (05321) 76456 oder via Email an kim.humann@landkreis-goslar.de


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