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Einzelhandelsentwicklungskonzept: Fuzo auf dem Prüfstand

von Alexander Dontscheff


In Zukunft könnte in Teilen der Fußgängerzone der Einzelhandel der Vergangenheit angehören. Foto: Archiv
In Zukunft könnte in Teilen der Fußgängerzone der Einzelhandel der Vergangenheit angehören. Foto: Archiv Foto: Archiv

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11.04.2018

Wolfenbüttel. Derzeit wird in Wolfenbüttel an einem neuen Einzelhandelsentwicklungskonzept gearbeitet. Dabei stehen auch Teile der Fußgängerzone auf dem Prüfstand. Die Frage, ob hier überall noch Einzelhandel Sinn mache, stellte Stadtbaurat Ivica Lukanic in einem Rathausgespräch am 22. März. regionalHeute.de hakte nach.



"Im Rahmen der Fertigstellung des Einzelhandelsentwicklungskonzeptes und der derzeitigen Trends im stationären Einzelhandel wird über die künftige Bestimmung einiger Teile der Fußgängerzone zu sprechen sein", erkärt Lukanic auf Anfrage unserer Online-Zeitung.

Entwicklung als Chance sehen


Anlassfür solche Überlegungen lägen in erster Linie im Verlust der Umsatzanteile des stationären Einzelhandels durch E-Commerce begründet. "Damit einher geht ein geringerer Bedarf an Fläche für den Einzelhandel, und gegebenenfalls folgt dieser Entwicklung der sogenannte Trading-Down-Effekt in dem geringerwertige und umsatzärmere Funktionen, meist ungesteuert, die leerstehenden Flächen belegen und eine Abwärtsspirale der Entwicklung auslösen können", so der Stadtbaurat. Trotzdem könne man die Entwicklung auch als Chance begreifen und mit ein wenig Hilfe hier und ein wenig Planung und Steuerung da einen gewinnenden Strukturwandel vollziehen.


Ivica Lukanic. Foto: regionalHeute.de



Wie es gehen könnte, sei in Ansätzen bereits im Innenstadtentwicklungskonzept enthalten. Im Speziellen stünden der Stadt zahlreiche Instrumente zu Verfügung. Neben den bauplanungsrechtlichen könnten Gestaltungsanforderungen an die Möblierung definiert werden, um die Aufenthaltsqualität in gastronomischen Einrichtungen zu steigern. Das habe sich der Rat bereits mit dem neuen Beschluss zur Strategie Wolfenbüttel vorgenommen. Es ließen sich auch räumliche Schwerpunkte bestimmter Nutzungen definieren und deren Ansiedlung fördern. Nicht zuletzt werde sicher diskutiert werden, wie es mit dem Aus- und Umbau der Fußgängerzone in der Innenstadt weitergehe.

Bevölkerung soll sich beteiligen


Am heutigen Mittwoch tagt der vorerst letzte Arbeitskreis mit der Lenkungsgruppe - besetzt aus Vertretern des Einzelhandels, Verbandsvertretern, der Politik und Fachleuten der Verwaltung. Hier würden die Zielsetzungen für das Konzept entwickelt. "Anschließend werden wir die Öffentlichkeit aufrufen, im Rahmen einer Auslegung zum Einzelhandelsentwicklungskonzept Anregungen und Vorschläge zu unterbreiten. Das ist für dieses Verfahren ein Novum und ich hoffe auf eine rege Beteiligung", so Lukanic. "Ich verspreche mir hiervon ein Korrektiv für die Arbeit der Verwaltung und die im Einzelhandelsentwicklungskonzept enthaltenen Konzeptvorschläge." Die Anregungen der Bürger seien hilfreich für die Politik und die anschließende Beschlussfassung. Sie versetzten die Entscheidungsträger in die Lage, den ein oder anderen brauchbaren Impuls für die Entwicklung des Einzelhandels in Wolfenbüttel aufzugreifen.

Schließlich werde, voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte, der Beschluss für das Konzept gefasst. Er sei Voraussetzung für Bebauungspläne im gesamten Stadtgebiet aber auch für die Entwicklung der bereits beschriebenen Maßnahmen in der Innenstadt in den kommenden Jahren.


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