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El Kurdi sprach deutsch in der Brunsviga

von Jan Borner


Hartmut El Kurdi meditiert Prosa. Fotos: Jan Borner
Hartmut El Kurdi meditiert Prosa. Fotos: Jan Borner Foto: Jan Borner

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14.02.2016


Braunschweig. Vom Fußball zum Schweden-Urlaub, über Hipsterbärte zur Schäfereigenossenschaft und natürlich immer wieder knall hart ins aktuelle politische Geschehen – Autor Hartmut El Kurdi kam mit seiner Satirelesung "El Kurdi spricht deutsch" zurück nach Braunschweig und freute sich über eine prall gefüllte Brunsviga.

Als er das letzte mal da war, sei der Saal nur halb voll gewesen, so Hartmut El Kurdi gleich zu Beginn seiner Lesung. Er habe deshalb schon ein wenig befürchtet, dass die Braunschweiger ihm Übel nähmen, dass er nach Hannover gezogen sei. Ganz widerlegen lässt sich das zwar nicht, voll war der Saal am Samstagabend aber trotzdem. Kein Wunder, der Schriftsteller kam mit vollem Gepäck: Satirische Kolumnen, Theatermonologe, Prosa-Meditationen vom akut Relevanten bis zum völlig Unerheblichen. Hartmut El Kurdi sang ein Loblied auf das Sitzenbleiben als häufig besserem Gegenspiel zum Aufgestanden-sein, er sinnierte über Ungereimtheiten beim Oralsex zwischen Hipster und "Hipsterine", er feierte den Fußball als Metaphysik und erklärte dem Publikum, dass Matthias Matussek als "freischaffender Irrer" bei der Tageszeitung "Die Welt" angestellt war, zumindest solange, bis er entlassen wurde. Zwischendurch, also gewissermaßen nebenbei, verwandelte Hartmut El Kurdi Pop in Country-Musik und zeigte, dass er sich nicht nur am Lesepult, sondern auch an der Gitarre ziemlich wohl fühlte.


In der Pause konnten Zuhörer Autogramme abstauben. Foto: Jan Borner


Zwist mit Gert Hoffmann


Vor gut neun Jahren sorgte der ehemalige Oberbürgermeister Gert Hoffmann auch über die Grenzen Braunschweigs hinaus für Empörung, als er die Braunschweiger Stadtverwaltung angewiesen hatte, bei offiziellen Anlässen nicht mehr gemeinsam mit Hartmut El Kurdi aufzutreten. Grund dafür waren satirische Texte und der Verweis El Kurdis auf Hoffmanns frühere NPD-Mitgliedschaft.


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