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Elektrische Herzöge und Lastenlöwen: der Lastenrad-Verleih in der Region



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Elektrische Herzöge und Lastenlöwen: der Lastenrad-Verleih in der Region

In Teil 2 unserer Serie zum Thema Lastenrad, zeigen wir regionale, ehrenamtliche Projekte, die einen Verleih von Lastenrädern betreiben.

von Martin Laumeyer


Ein "Lastenlöwe" an der DRK KaufBar.
Ein "Lastenlöwe" an der DRK KaufBar. Foto: Axel Otto

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Region. Laut des kostenfreien Lastenrad-Verleihs "Heinrich der Lastenlöwe", erfreuen sich Lastenräder in unserer Region an wachsender Beliebtheit. Trotz dieses steigenden Nimbus, sind Lastenfahrräder relativ teuer in der Anschaffung. Um den Menschen dennoch eine Möglichkeit zu bieten, ein solches auszuprobieren, gibt es in unserer Region mehrere ehrenamtliche Projekte. Wie ein solcher Verleih abläuft beleuchten wir an den Beispielen der Braunschweiger "Lastenlöwen" und des "Julius" aus Wolfenbüttel.



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Markus Pfarr, vom Heinrich der Lastenlöwe, fand die Idee großartig, dass jedes Lastenrad einen Paten bekommen sollte. Dadurch kam er zum 2017 gestarteten Projekt. Zu jener Zeit waren noch ein bis zwei Lastenräder unterwegs, doch mittlerweile zählt die Flotte acht, die auch "Lastenlöwen“ genannt werden und wovon eines elektrisch ist. "In Braunschweig braucht man nicht zwangsläufig ein E-Lastenrad, da wir wenige Steigungen haben“, erklärt Pfarr diese Auswahl.



Markus Pfarr vom
Markus Pfarr vom "Heinrich der Lastenlöwe". Foto: Axel Otto


Das Ausleihen der Lastenräder ist zwar kostenlos und der Verein ehrenamtlich betrieben, aber das bedeutet nicht, dass ein solches Lastenfahrrad keine Kosten verursacht. Jedes kostet in der Anschaffung bereits um die 3.000 Euro und die annuelle Wartung wird mit zirka 300 Euro beziffert. Um diese Kosten entsprechend zu tragen, gibt es an jedem Verleihstandort eine Spendendose, in dem pro Einsatz in der Regel zwischen fünf und zehn Euro gespendet werden, wie Pfarr berichtet. Damit allein könnten diese jedoch nicht getragen werden. Der Großteil der Spenden komme daher von größeren Institutionen.

Die Ausleihe läuft, nach einer vorherigen Registrierung, über die Internetseite des Projekts. Bei den meisten Kunden komme das Lastenrad auch in einem guten Zustand dort zurück: "Wir hatten nur einige wenige Fälle, in denen wir Kunden vom Verleih sperren mussten“, berichtet Pfarr. Das Programm werde gut angenommen, aber saisonale Unterschiede seien zu verzeichnen. Im Sommer sei es daher, speziell an den Wochenenden, schwieriger an ein Rad heranzukommen, als im Winter.


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Das Ziel des Projektes sei es, organisch und langsam zu wachsen sowie nach und nach einen stetigen Ausbau zu betreiben. Momentan sei aber nichts Konkretes für die Zukunft geplant. Die Räder sollen nicht kommerziell genutzt werden, sondern einen Kaufanreiz für eine eigene Anschaffung darstellen, wie es auch aus den allgemeinen Geschäfts- und Nutzungsbedingungen hervorgeht: "“Heinrich der Lastenlöwe” ist ein kostenloses Angebot des ADFC Braunschweig e.V. und der Frank Tristram Unternehmensberatung, das keine kommerziellen Zwecke verfolgt. "Wir wollen Mobilität in der Stadt ohne Auto fördern und stellen deshalb jeder volljährigen Person Heinrich zur Verfügung."

Der elektrische Herzog aus Wolfenbüttel


Südlich von Braunschweig findet sich in Wolfenbüttel, seit Juni dieses Jahres, ein ähnliches, aber kleineres Projekt, das, in Anlehnung an die Lastenlöwen, den Namen eines ehemaligen Herzogs von Wolfenbüttel trägt: "Julius". Dieser "elektrische Herzog" kann kostenlos im Naturkostladen "Kornblume" ausgeliehen werden. Betrieben wird es allerdings vom ADFC Wolfenbüttel. Wie in Braunschweig auch, soll der "Julius" ein niedrigschwelliges Angebot sein, um einen Anreiz zum eigenen Kauf zu schaffen. Daneben gibt es in Wolfenbüttel noch andere Angebote für eine Lastenrad-Ausleihe, aber: "Das Fahren von Lastenrädern soll verbreitet werden. Wir sehen sie daher nicht als Konkurrenz an", versichert Thilo Neumann, Vorsitzender vom ADFC Wolfenbüttel.

Auch der Julius ist online und kostenlos über ein Buchungsportal für Einkäufe oder Ausflüge ausleihbar. "Letztens wurde es auch für die Müllsammelaktion vom SV Halchter ausgeliehen", fügt Beck hinzu. Anders als in Braunschweig habe es in Wolfenbüttel bisher keine schwarzen Schafe gegeben, die den Julius in einem schlechten Zustand zurückgebracht hätten. Ähnlich wie in Braunschweig werden die laufenden Kosten von der Kornblume durch eine sogenannte "Stromspende“ getragen. Auch der ADFC trägt die laufenden Kosten mit.

"Bei null Grad kann man fünf Kilometer zurücklegen"


Thilo Neumann und Michael Beck mit dem E-Lastenrad
Thilo Neumann und Michael Beck mit dem E-Lastenrad "Julius" aus Wolfenbüttel. Foto: Martin Laumeyer


Doch was muss beim Lastenrad, gerade als Fahrer, beachtet werden? Es sei zunächst ungewohnt, wie schnell die Lenkung reagiert und man müsse daher am Anfang ein wenig auf die Balance achten. Auch die Beschleunigung sei bei höchster Stufe schon enorm. "Wir raten allen Erstausleihern, langsam und vorsichtig zu beginnen und erstmal abseits des Verkehrs ein wenig zu üben", rät Beck. "Aber man kommt schnell rein. Wir haben keine Stürze oder ähnliches zu verzeichnen", fügt Neumann hinzu.

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"Wir haben uns bewusst für ein zweirädriges entschieden und nicht für ein dreirädriges, weil die nicht so leicht kippen", erklärt Beck die Auswahl des Models. Trotz des anfänglichen ungewohnten Fahrverhaltens sei das Interesse am Julius groß. Der Oktober etwa war komplett ausgelastet. "Seit wir damit begonnen haben, sind schon 2.000 Kilometer gefahren worden, was mit Fahrten in die Asse oder nach Braunschweig zusammenhängt", erklärt Beck erfreut. Gerade erst habe sich eine öffentliche Institution bei den Verantwortlichen gemeldet, um ihren Mitarbeitern eine umfangreiche Probefahrt zu ermöglichen. Anschließend solle entschieden werden, ob ein eigenes Lastenrad angeschafft werden soll.

Zukunftspläne gibt es zurzeit keine, aber "es wäre sicherlich vorteilhaft, wenn die Lastenräder aller Anbieter in Wolfenbüttel über ein gemeinsames Portal kostenlos ausleihbar wären", erklärt Neumann. Es werde auf die Wetterlage ankommen, ob auch im Winter gefahren wird: "Es sind auch nicht mehr so starke Winter zu erwarten und das Lastenrad wird im Winter nicht für die langen Fahrten gebucht werden, sondern eher für die Fahrt zum Supermarkt. Bei null Grad kann man damit durchaus fünf Kilometer zurücklegen“, ist sich Neumann sicher. Ein weiteres Lastenrad soll indes nicht angeschafft werden: "Ein weiteres Lastenrad würde Kapazitäten verschlingen, die wir momentan nicht haben", erklärt Neumann abschließend.


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