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Erfolgreiches Arbeitgeber-Dating für Flüchtlinge



Goslar

Erfolgreiches Arbeitgeber-Dating für Flüchtlinge

von Alec Pein


Im Forum des Kreishauses fand heute das erste Job-Speed-Dating für Flüchtlinge statt. Foto: Alec Pein
Im Forum des Kreishauses fand heute das erste Job-Speed-Dating für Flüchtlinge statt. Foto: Alec Pein

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Goslar. Gut besucht war das Job-Speed-Dating für Flüchtlinge im Forum des Kreishauses am heutigen Montag. Das gemeinsame Ziel der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar, dem Jobcenter Goslar und der IHK Braunschweig sowie des Landkreises Goslar für das "Speed-Dating" wurde offensichtlich erreicht: Ein ständiger Wechsel an den Tischen sprach für ein gut angenommenes Angebot und großes Interesse auf beiden Seiten.

Etwa 15 Unternehmen stellten sich den Flüchtlingen für eine persönliche Kontaktaufnahme zur Verfügung und saßen dabei vielen gut vorbereiteten Teilnehmerinnen und Teilnehmern gegenüber. Bewerbungsmappen oder kleine Broschüren über sich, ihre Qualifikationen und Fähigkeiten legten die Bewerber vor, um den Arbeitgebern einen schnellen Überblick mitzugeben und später hoffentlich kontaktiert zu werden. Landrat Thomas Brych begrüßte die Arbeitgeber zuvor im großen Sitzungssaal und bedankte sich für das rege Interesse. Andreas Dames, Arbeitsagentur Braunschweig-Goslar, erklärte, es habe sogar noch mehr Interesse von Unternehmen bestanden, so dass einigen abgesagt werden musste.


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Farzad Salehi (links) stellt sich beim Krankenhaus und Sanatorium Dr. Barner vor - Sohn Arshia Salehi unterstützt mit seinen Sprachkenntnissen beim Gespräch. Foto:



Groß war der Andrang pünktlich zu Beginn der Veranstaltung um 10 Uhr. Von einem Tisch zum nächsten wanderten die Bewerber mit ihren Unterlagen, kamen ins Gespräch und tauschten Kontaktdaten aus. Nicht gleich war durch den Firmennamen erkennbar, in welcher Branche diese Tätig ist und so wurden teilweise ungewollt erst einmal alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Elektroingenieur Farzad Salehi (Foto) stellte sich zuerst beim Braunlager Krankenhaus Dr. Barner vor, wo ihm ein Praktikum als Hausmeister in Aussicht gestellt wurde. Erst später entdeckte er das Brandschutzunternehmen Stöbich für sich und verließ den Tisch höchst beeindruckt. Farzad Salehi hatte zur Unterstützung seinen Sohn mitgebracht, der bereits über sehr gute Deutschkenntnisse verfügt und in schwierigen Situationen aushelfen konnte.

An Qualifikationen mangelte es den meisten Bewerbern nicht, vielen aber für einige Tätigkeiten an ausreichenden Deutschkenntnissen. So werden die Unternehmen in der Praxis prüfen müssen, ob sich die Bewerber eignen und boten deshalb überwiegend Praktika an.

"Die meisten Bewerber sind überqualifiziert", heißt es am Tisch des Möbelhauses Schulenburg. Den Broschüren - ein kleiner Stapel hatte sich bei ihnen bereits angesammelt - könne man entnehmen, dass die meisten Abitur und, wenn auch oft ohne Abschluss, studiert haben, so Geschäftsführer Ralf Bothe von der H&H Logistik GmbH (Tejo-Unternehmensgruppe). Eigentlich haben er und sein Kollege Mike Hickmann, Geschäftsführer der Möbel Schulenburg GmbH Goslar, vorwiegend Tischler für die Möbelmontage gesucht. Bekommen haben sie Bewerber, die vorher in ganz anderen Bereichen tätig waren oder studiert haben. "Wir wollen keine falschen Hoffnungen machen", erklärt Bothe. Unter den Bewerbern seien nämlich auch Ingenieure, denen man sicher keinen "Gefallen" tun würde, wenn ihnen ein Praktikum als Möbelmonteur angeboten werde. Allerdings habe man auch den Lebenslauf eines Innenarchitekten bekommen und könne sich durchaus einen Testlauf in Form eines Praktikums vorstellen.


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