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Erinnerung Aufpolieren - Regionaler Putztag von Stolpersteinen im Mai



Erinnerung Aufpolieren - Regionaler Putztag von Stolpersteinen im Mai

Am 8. Mai findet in der Geschäftsstelle des Israel Jacobson Netzwerkes in Braunschweig eine zentrale Veranstaltung statt, die auch live über Zoom verfolgt werden kann.

Der Künstler Gunter Demning beim Einsetzen von Stolpersteinen. Archivbild
Der Künstler Gunter Demning beim Einsetzen von Stolpersteinen. Archivbild Foto: Max Förster

Region. Der Arbeitskreis Stolpersteininitiativen zwischen Harz und Heide wird in der Zeit um den 8. Mai den zweiten Putztag von Stolpersteinen in der Region veranstalten. Jung und Alt, Gruppen und Einzelpersonen werden in der gesamten Region Stolpersteine putzen. Das teilt das Israel Jacobson Netzwerk in einer Pressemitteilung mit.



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An einigen Orten wird es ein Begleitprogramm geben. Das Programm für die gesamte Region wird durch das Israel Jacobson Netzwerk (IJN) gebündelt und im Veranstaltungskalender auf dessen Internetseite veröffentlicht. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich an dieser Form der Erinnerung zu beteiligen.



Zentrale Veranstaltung in Braunschweig


Am 8. Mai findet in der Geschäftsstelle des IJN (Fallersleber-Tor-Wall 16) in Braunschweig eine zentrale Veranstaltung statt, die auch live über Zoom verfolgt werden kann. Die Zugangsdaten sind per Mail zu erhalten: veranstaltungen@ij-n.de. Um 18 Uhr wird erstmals ein Film präsentiert, der vom Israel Jacobson Netzwerk eigens zu diesem Anlass produziert wurde. Mehrere Stolpersteininitiativen aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt berichten in dem Film über ihre Arbeit. Der Film wird im Anschluss dauerhaft auf dem YouTube Kanal des IJN zur Verfügung stehen. Bereits ab 16 Uhr stellen Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Stolpersteininitiativen ihre Arbeit dem interessierten Publikum persönlich vor.


Im Sommer 2019 haben sich Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Stolpersteininitiativen in der Region zwischen Harz und Heide zu einem Arbeitskreis unter dem Dach des IJN zusammengefunden. Zweck des Arbeitskreises sind die Vernetzung, der Austausch und die Entwicklung gemeinsamer Projekte, die einen regionalen Ansatz verfolgen. In der Region zwischen Harz und Heide wurden in Erinnerung an die Opfer in der Zeit des Nationalsozialismus bisher an zwölf Orten mehr als 500 Stolpersteine verlegt: in Braunschweig, Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Königslutter, Liebenburg, Peine, Salzgitter, Schöningen, Schöppenstedt, Seesen und in Wolfenbüttel. Zudem finden sich in der Region zwei Stolperschwellen.

Das Projekt Stolpersteine


Die Stolpersteine sind nicht nur dezentrale Erinnerungsorte im öffentlichen Raum. Gleichzeitig wurden die Biografien der Menschen, an die in dieser Form erinnert wird, umfangreich recherchiert und veröffentlicht. Mancherorts, so in Braunschweig, Goslar und in Wolfenbüttel, ist diese Recherche noch nicht abgeschlossen und es werden weiterhin Stolpersteine verlegt und Biografien erarbeitet. Andernorts wurden die Steinverlegungen bereits zu einem Abschluss gebracht und die örtlichen Initiativen konzentrieren sich auf das Fortsetzen der aktiven Erinnerungsarbeit, zumeist unter bewusster Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt seit 1996 Stolpersteine in Deutschland und mittlerweile in vielen Ländern Europas. Das Kunstprojekt mit seinen über 90.000 Stolpersteinen gilt als das größte dezentrale und stetig wachsende Denkmal der Welt.


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