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Erst 2020, jetzt 2026 - Bahnhof Wendessen verspätet sich drastisch



Erst 2020, jetzt 2026 - Bahnhof Wendessen verspätet sich drastisch

Grund sei unter anderem, dass die Dauer des Planungsfeststellungsverfahren heute anders bewertet werden müsse als noch vor ein paar Jahren.

von Marvin König


(Symbolbild)
(Symbolbild) Foto: Max Förster

Wendessen. "Läuft alles nach Plan, könnte der Haltepunkt Wendessen 2020 in Betrieb gehen", erklärte der damalige niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies im Jahr 2016 bei einem Pressetermin vor Ort - Daraus wurde nichts. Im Jahr 2018 berichtete die Wolfenbütteler Zeitung dann, dass der Bahnhof wohl "erst" im Jahr 2023 in Betrieb gehen wird. Nun geht aus einem Dokument des Regionalverbandes Braunschweig hervor, dass die geplante Eröffnung wohl auf das Jahr 2026 verschoben wurde. Beim von Minister Lies genannten Termin handelte es sich wohl um einen politischen Wunsch - eine Rückfrage beim Regionalverband von regionalHeute.de ergab, dass 2023 vor zwei Jahren tatsächlich als Ziel gehandelt wurde, 2026 aber aus heutiger Sicht realistischer ist.



Im Jahr 2018 habe tatsächlich der Wunsch bestanden, eine Inbetriebnahme bis 2023 zu schaffen, wie Detlef Haßelmann, Sprecher des Regionalverbandes erklärt. Der Planungsvertrag zwischen Bund, DB, Land und Regionalverband sei aber erst anschließend endverhandelt und dann 2019 unterschrieben worden. "Im Planungsvertrag sind keine Termine genannt, sondern die Dauern von Planungsabschnitten und die passen zu einer Inbetriebnahme in 2026. Der Planungsvertrag regelt aber nur die Dauer der Planung", erläutert der Sprecher. Ursprünglich sei man davon ausgegangen, dass mit der Planungsphase ende 2019 begonnen werden könne. Haßelmann kommentiert: "Aufgrund der jüngeren Erfahrungen vergleichbarer Projekte geht die DB Station & Service AG von einer Dauer von 24 Monaten für das notwendige Planfeststellungsverfahren aus. In 2018 hatte man eher 12 bis 15 Monate dafür angesetzt."

Probleme mit dem "Kreuzungsbahnhof"


Im Rahmen des Förderprogramms „Stationsoffensive“ wird in Wendessen ein Bahnsteig an der Nordseite am Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik gebaut. Wendessen müsste zu einem Kreuzungsbahnhof ausgebaut werden, wenn der im Nahverkehrsplan 2020 zur Prüfung vorgesehene Halbstundentakt zwischen Braunschweig und Schöppenstedt realisiert werden soll - auf der eingleisigen Strecke müssten sich auf Höhe Wendessen also zwei Züge begegnen können. Die Planung diene dazu, den Aufwand und die Kosten zu ermitteln. Außerdem soll sichergestellt werden, dass sich die Anlage ohne nachträgliche Korrekturen zu einem Kreuzungsbahnhof erweitern lässt. Der Bau eines Kreuzungsbahnhofes sei aber im Rahmen der Stationsoffensive vonseiten der DB Station & Service AG, die 25 bis 50 Prozent der Kosten übernimmt, eigentlich nicht möglich.


Vorentwurfsplanung bis Mitte 2021


Da die Planung erst begonnen habe, könne man noch nicht sagen, ob sich besondere planerische Hürden ergeben. "Das sollte bis zum Abschluss der Vorentwurfsplanung Mitte 2021 weitgehend bekannt sein. Es kann aber sein, dass sich umweltrechtliche Belange erst im Anschluss klären, weil zum Beispiel bestimmte Untersuchungen einen gesamten Vegetationszeitraum umfassen müssen", berichtet Haßelmann. Bekannt sei allerdings, dass die DB ein neues Festpunktfeld für die Vermessung aufbauen muss. Das verzögere den Beginn der eigentlichen Vermessungsarbeiten, müsse aber nicht zwingend auch die Gesamtmaßnahme verschieben, weil es in den frühen Planungsphasen sehr um die Festlegung und Ermittlung der Randbedingungen für die Planung geht.


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