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Erste Professorin für Radverkehrsmanagement an der Ostfalia steht fest

Dr. Jana Kühl kommt zum 1. November an die Ostfalia Hochschule. Von der neuen Professur sollen auch die Bereiche Sport, Tourismus und Medien profitieren.

Dr. Jana Kühl auf der Veloroute 10 in Kiel. Die 35-Jährige wird zum 1. November als bundesweit erste Professorin für Radverkehrsmanagement an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften ernannt.
Dr. Jana Kühl auf der Veloroute 10 in Kiel. Die 35-Jährige wird zum 1. November als bundesweit erste Professorin für Radverkehrsmanagement an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften ernannt. Foto: Ostfalia/Matthias Nickel

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24.09.2020

Salzgitter. Die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften holt für die vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gestiftete Radverkehrsprofessur eine Mobilitätsexpertin aus Schleswig-Holstein nach Niedersachsen. Dr. Jana Kühl – derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Geographischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel – hat den Ruf angenommen und wird zum 1. November als bundesweit erste Professorin für Radverkehrsmanagement an der Ostfalia Hochschule ernannt. Die Professur ist am Institut für Verkehrsmanagement, Campus Salzgitter, angesiedelt. Dies teilt die Ostfalia in einer Pressemitteilung mit.



Die neu eingerichtete Professur werde nicht nur in die Lehre bestehender Bachelor- und Masterstudiengänge des Bereiches Verkehr- und Logistik sowie des geplanten neuen Masterstudiengangs Mobilitätsmanagement eingebunden. Dekan Quack betont, dass von der Professur auch die Bereiche Sport, Tourismus und Medien seiner Fakultät profitieren werden: „Die Professur wird die heterogene Fächerstruktur der Fakultät ergänzen. Damit stärken wir die Inter- und Transdisziplinarität unseres Lehr- und Forschungsansatzes. Mit dem fächerübergreifenden Blickwinkel können wir Fachkräfte ausbilden, die in ihren späteren Einsatzgebieten ebenso vernetzt denken und handeln.“

Dr. Jana Kühl habe Geografie in Kiel studiert und wechselte nach ihrem Diplom an das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung Dortmund. Dort habe sie in einem Projekt gearbeitet, das unter anderem untersucht habe, wie Alltagsmobilität und die Wahl des Wohnortes zusammenspielen. Während ihrer Promotion an der Technischen Universität Dortmund sei sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Raumordnung und Planungstheorie gewesen und lehrte empirische Sozialforschung mit einem Fokus auf Verkehrsforschung.

An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel habe sich Kühl mit unterschiedlichen Fragen des öffentlichen Nahverkehrs beschäftigt. Zuletzt habe sie an einer Akzeptanzstudie zur Erprobung nachfragegesteuerter, autonomer Busse im Nahverkehr mitgewirkt. Für ihr geplantes Habilitationsprojekt habe sich die Wissenschaftlerin damit beschäftigt, welche Wirkung infrastrukturelle Maßnahmen im Radverkehr – wie beispielsweise Radschnellwege – auf die Motivation haben könnten, im alltäglichen Verkehr auf das Fahrrad umzusteigen.

Auch privat habe die 35-Jährige ihre Mobilität auf das Radfahren ausgerichtet und besitze fünf Fahrräder, eines für jede Alltagssituation. „Ich bin gerne mit dem Rad unterwegs, weil man auf dem Fahrrad mit der Umgebung, in der man sich bewegt, offener und unmittelbarer in Kontakt tritt“, sagt Kühl.

Zu den Stiftungsprofessuren Radverkehr


Erstmals fördere das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) an sieben Hochschulen Radverkehrs-Professuren. Ziel sei es, die Interessen von Radfahrenden künftig noch stärker zu berücksichtigen – von der Infrastrukturplanung über Mobilitätsmanagement bis zur fahrradfreundlichen Gesetzgebung. Die Hochschulen würden mit einem jährlichen Höchstbetrag bis zu 400 000 Euro je Professur gefördert. Neben der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Salzgitter hätten auch die Hochschule Karlsruhe, die Bergische Universität Wuppertal, die Hochschule RheinMain, die Technische Hochschule Wildau, die Universität Kassel sowie die Frankfurt University of Applied Sciences eine Förderung. Weitere Berufungen würden in diesem und im nächsten Jahr erfolgen.


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