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Erziehermangel – Stadt sieht auch Land in der Pflicht



Erziehermangel – Stadt sieht auch Land in der Pflicht

von Anke Donner


In Gifhorn versucht man gute Voraussetzungen zu schaffen. Doch auch das Land muss auf einen drohenden Erziehermangel reagieren. Symbolfoto: Sandra Zecchino
In Gifhorn versucht man gute Voraussetzungen zu schaffen. Doch auch das Land muss auf einen drohenden Erziehermangel reagieren. Symbolfoto: Sandra Zecchino Foto: Sandra Zecchino

Gifhorn. Mehr Betreuungsplätze und die Einführung der dritten Krippenkraft führt zu einem kontinuierlichen Anstieg beim Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern. Dieser Bedarf trifft auf einen immer angespannteren Arbeitsmarkt, auf dem sich auch die öffentlichen Arbeitgeber dem Konkurrenzkampf stellen und aktiv um Personal werben müssen.



Wie Annette Siemer, Sprecherin der Stadt Gifhorn auf Nachfrage von regionalHeute.de erklärt, decke man in den städtischen Einrichtungen denBedarf an Erzieherinnen und Erziehern ab, indem die Bewerberauswahl zügig erfolge. Lange Bewerbungsverfahren hätten Siemer zur Folge, dass eine Vielzahl von Bewerbern für den Markt nicht mehr zur Verfügung steht.

"Der Erziehermarkt ist tatsächlich leer gefegt, so dass man generell von einem Erziehermangel sprechen kann. Von daher ist die Einstellung neuer Erzieherinnen und Erzieher kein Selbstläufer, sondern bedarf großer Anstrengungen. Auch in unseren Einrichtungen ist die Personaldecke knapp. Erfreulicherweise ist es uns bislang gelungen, frei werdende Stellen neu zu besetzen. Aber es sind auch flexible Personallösungen gefragt, um personelle Engpässe abzufangen. So war in einigen Fällen eine Vertretungskraft vorübergehend dauerhaft im Gruppendienst eingesetzt. Bei krankheitsbedingten Ausfällen mussten dann wiederum Vertretungskräfte aus anderen Kitas einspringen", so Siemer.


Land in der Pflicht


Eine gute Chance, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, biete sich laut Siemer zum Sommer, wenn die schulische Ausbildung endet. Grundsätzlich könnten Kommunen jedoch nur in geringem Maß auf den drohenden Erziehermangel reagieren. Hier sei das Land gefragt. Die Ausbildung müsse reformiert werden. Dazu gehöre die Einführung der betrieblichen Ausbildung, ein Ausbildungsentgelt, mehr Praxiseinsätze und die Verkürzung der Ausbildungszeit.


"Die Kommunen hingegen können für gute Rahmenbedingungen in den Einrichtungen sorgen. Das fördert die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Zufriedene Mitarbeiter bleiben den Einrichtungen verbunden, die Abwanderung in andere Regionen oder der Wechsel zu anderen Trägern oder in andere Berufsbranchen nimmt ab", sagt Annette Siemer.

In den Kindertagesstätten in der Trägerschaft der Stadt Gifhorn sind derzeit 54 Erzieherinnen und Erzieher sowie Sozialassistentinnen und Sozialassistenten beschäftigt. Für zwei Stellen werden derzeit Mitarbeiter gesucht. Für jede weitere Vollzeit-Erzieherstelle, die über Bedarf geschaffen wird, würden rund 50.000 Euro an Mehrkosten anfallen.


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