Europaweite Großrazzia gegen millionenschweren Handybetrug

Europaweit hat es seit Samstag eine Großrazzia gegen eine kriminelle Organisation gegeben, die über eine Million gebrauchte Mobiltelefone als neu verkauft haben soll. Das teilte die Europäische Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

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Polizei (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Luxemburg. Europaweit hat es seit Samstag eine Großrazzia gegen eine kriminelle Organisation gegeben, die über eine Million gebrauchte Mobiltelefone als neu verkauft haben soll.


Das teilte die Europäische Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Der Betrug verursachte demnach einen Schaden von mindestens 300 Millionen Euro für EU-Verbraucher und einen Mehrwertsteuerverlust von über 30 Millionen Euro in mehreren EU-Mitgliedstaaten.

Insgesamt 1.770 Beamte aus Polizei-, Steuer- und Zollbehörden führten über 160 Durchsuchungen in 19 Ländern durch, darunter Deutschland, Österreich und Spanien. Sieben Verdächtige wurden festgenommen, darunter die beiden Anführer der Organisation. Die Ermittlungen, die unter dem Codenamen "Troja" laufen, ergaben, dass die Organisation Mobiltelefone aus gebrauchten Komponenten in Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammengebaut und diese dann als neue Geräte in die Niederlande verschifft haben soll. Von dort aus seien sie nach Deutschland transportiert und über Online-Marktplätze in der gesamten EU verkauft worden, hieß es.

Es deute darauf hin, dass Briefkastenfirmen in mehreren EU-Ländern und der Schweiz eine reduzierte Mehrwertsteuerregelung betrügerisch angewendet hätten, um ihre Gewinne zu steigern. Diese Regelung, die nur für wiederverkaufte Waren gilt, auf die bereits Mehrwertsteuer gezahlt wurde, sei missbraucht worden, indem die Telefone als neue Waren verkauft worden seien, wodurch die Mehrwertsteuer auf den vollen Preis fällig gewesen wäre. Die Ermittlungen wurden nach einem Bericht des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung (OLAF) eingeleitet. Die Europäische Staatsanwaltschaft wies darauf hin, dass alle Beteiligten bis zu einer gerichtlichen Verurteilung als unschuldig gelten.

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