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Externe Dienstleister sollen Rettungsdienst übernehmen

von Eva Sorembik


Symbolbild Foto: Kai Baltzer
Symbolbild Foto: Kai Baltzer Foto: Kai Baltzer

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14.12.2017

Wolfsburg. Die Notfallrettung der Stadt Wolfsburg wird zurzeit mit sechs Rettungstransportwagen (RTW) und einem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) durchgeführt. Alle Fahrzeuge werden durch Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr besetzt. Dies soll sich künftig ändern. Die Stadt möchte Teile des Rettungsdienstes an externe Firmen vergeben.


Das geht aus einer Vorlage hervor, über die die Mandatsträger der Stadt aktuell in den Gremien diskutieren. Zwei Rettungswagen sowie das Notarzteinsatzfahrzeug sollen weiterhin von den Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr Wolfsburg im 24-Stunden-Dienst besetzt werden.Alle darüberhinausgehenden, gemäß geltendem Rettungsdienstbedarfsplan erforderlichen Rettungsmittel sollen durch eine Drittbeauftragung sichergestellt werden.

Die Liste der Gründe, die die Stadtverwaltungfür das geplante Outsourcing nennt, ist lang: Steigende Einsatzzahlen, erhöhter Qualifizierungsbedarf durch das Notfallsanitätergesetz, bereits ausgeschöpfte Ausbildungsressourcen innerhalb der Berufsfeuerwehr, die gutachterliche Empfehlung, weitere Fahrzeuge im Brandschutz in Dienst zu nehmen, der Fachkräftemangel sowie die altersbedingten Abgänge von Einsatzbeamten werden hier ins Feld geführt. Aus Sicht der Stadtverwaltung ist die Notfallrettung in dem erforderlichenUmfang vom Geschäftsbereich Brand- und Katastrophenschutzweder zu leisten, noch wirtschaftlichumzusetzen.

Hintergrund:


Durch die Einführung des Notfallsanitätergesetzes istder Beruf Rettungsassistent durch den höherqualifizierten Lehrberuf Notfallsanitäter abgelöst. Nach Ablauf der Übergangsfrist am 31. Dezember 2022 ist die Stadt Wolfsburg als Träger des Rettungsdienstes verpflichtet, in der ersten Funktion des Rettungsdienstverantwortlichen auf einem Rettungswagen ausschließlich Notfallsanitäter einzusetzen.

Für die Stadt Wolfsburg würde dies nach eigenen Angaben bedeuten, entweder ausreichend Rettungsassistenten aus den eigenen Reihen aus- beziehungsweisefortzubilden oder bereits ausgebildete Notfallsanitäter extern über den freien Arbeitsmarkt einstellen zu müssen. Bei dem aktuell eingesetzten Rettungsdienstpersonal ist aus Sicht der Stadtverwaltungeine Weiterqualifikation von Rettungsassistenten/Rettungssanitätern zu Notfallsanitätern beziehungsweise deren Neuausbildung parallel zum Regelbetrieb organisatorisch, personell und wirtschaftlich nicht mehr dauerhaft leistbar.

Hintergrund sei, dass die Ausbildung zum Notfallsanitäter, in Abhängigkeit der Berufserfahrung und der bisherigen Qualifikation, zwei bis drei Jahre dauern könne. Zusammen mit der eigentlichen 24-monatigen Grundausbildung eines Beamten des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes würde die Gesamtausbildungszeit für einen vollumfänglich im Rettungsdienst und Brandschutz einsetzbaren Feuerwehrmann bis zu fünf Jahre betragen.


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