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Fachkräfteprogramm soll Austausch beleben



Goslar

Fachkräfteprogramm soll Austausch beleben

von Alec Pein


Stadtjugendpfleger Martin Sänger, Kopf der Delegation aus Raanana, Armir Bartov, und Erster Stadtrat Burkhard Siebert präsentieren die Ergebnisse aus dem Workshop des Fachkräfteprogramms. Foto: Alec Pein
Stadtjugendpfleger Martin Sänger, Kopf der Delegation aus Raanana, Armir Bartov, und Erster Stadtrat Burkhard Siebert präsentieren die Ergebnisse aus dem Workshop des Fachkräfteprogramms. Foto: Alec Pein

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Goslar. Der Frage, wie man den Austausch zwischen den Städten Goslar und Raanana (Israel) auch außerhalb von Jugendfreizeiten stärken kann, widmete sich eine siebenköpfige Fachkräfte-Delegation aus Raanana in den vergangenen Tagen in Goslar. Zusammen mit der Goslarer Stadtjugendpflege wurden verschiedene Sport- und Kultureinrichtungen besucht, um sich ein Bild von der Jugendarbeit in der Kaiserstadt zu machen. Gemeinsam wurden dann am Montag Themengebiete erarbeitet, die über die in Zukunft angegangen werden sollen. Dazu gehört vor allem das klare Ziel, den Austausch auf weitere Alters- und Interessengruppen auszuweiten und den Kontakt zwischen den Städten - auch zwischen den Hauptverwaltungsbeamten, Wirtschaftsfunktionären und Politikern - zu intensivieren.

In diesem Jahr gibt einen Grund zu feiern: Das 10 jährige Jubiläum des Freundschaftsvertrages steht an und mit Blick auf das langjährige Bestehen, so Stadtjugendpfleger Martin Sänger, habe man das Fachkräfteprogramm ins Leben gerufen. Innerhalb eines Workshop-Tages am Montag wurden die Eindrücke von verschiedenen Besuchen, etwa bei der Jugendfeuerwehr, der evangelischen Jugend oder dem Jürgenohler Boxprojekt, gemeinsam verarbeitet und Ideen für die Intensivierung des Austausches entwickelt. Derzeit beschränkt sich der deutsch-israelische Austausch auf Jugendfahrten. Gemeinsam ist man zu dem Entschluss gekommen, Fahrten für andere Alters- und Interessengruppen voranbringen zu wollen. Das könnten neben Musikern oder Sportlern auch einfach Bürgerinnen und Bürger sein. Um die Kommunikation zwischen interessierten Vereine, Institutionen oder Einzelpersonen beider Städte zu ermöglichen, soll eine Online-Plattform eingerichtet werden. Armir Bartov, der den Austausch bereits seit 1979 begleitet, äußerte den Wunsch, aus dem bestehenden Freundschaftsvertrag eine Städtepartnerschaft zu machen. Beim Austausch von Delegationen aus Rat und Verwaltung könne man viel voneinander lernen, so Bartov. Raanana sei nämlich eine wirtschaftsstarke Stadt, die Führungen von Weltkonzernen beherberge.

Es ist eine der längsten Partnerschaften, die die Stadt Goslar mit einer anderen Stadt pflegt, erklärte Erster Stadtrat Burkhard Siebert im Rahmen eines Pressegespräches zum Fachkräfteprogramm am Dienstag. Ursprünglich in den 60er Jahren von Otto Fricke als Sportleraustausch initiiert, sei die Freundschaft der Städte erst 2006 innerhalb eines Freundschaftsvertrages zwischen Goslar und Raanana schriftlich besiegelt worden - also ist es bisher keine Städtepartnerschaft im herkömmlichen Sinne. Warum eine solche bisher nicht zustande gekommen ist, könne man mit politischen Hürden in der Vergangenheit erklären. Offenbar habe man seinerzeit entschieden, dass bereits genügend Städtepartnerschaften bestehen. Warum allerdings heute noch der Unterschied aufrechterhalten werde, könne sich Siebert nicht erklären. Mit einem Mann wie Armir Bartov, der sowohl ehemaliger Stadtkämmerer von Raanana als auch Vorsitzender des israelischen Kämmererverbandes ist, wäre man bei einer Städtepartnerschaft sicher nicht schlecht beraten, meint Siebert.


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