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Familienbefragung: Stadt präsentiert die Ergebnisse


Oberbürgemeister Mohrs ist zufrieden mit dem Familienbericht. Foto: regionalHeute.de
Oberbürgemeister Mohrs ist zufrieden mit dem Familienbericht. Foto: regionalHeute.de

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07.12.2017

Wolfsburg. Im Rahmen einer Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses wurden heute die Ergebnisse der Familienbefragung 2016 vorgestellt und der entsprechende Familienbericht veröffentlicht. Oberbürgermeister Klaus Mohrs freut sich über die grundsätzlich positiven Ergebnisse


Er weist auch auf den weiteren Handlungsbedarf hin: "Wir haben von den Bürgerinnen und Bürgern ein gutes Zwischenzeugnis in Sachen Familiengerechtigkeit bekommen. Darauf wollen wir uns aber nicht ausruhen, denn von den positiven Entwicklungen seit der letzten Familienbefragung 2011 haben nicht alle Familien gleichermaßen profitiert."
Im Zuge der Auswertung wurde deutlich, dass sich die Lebenslagen der Wolfsburger Bürgerinnen und Bürger nicht vom Bundestrend unterscheiden. Auch in Wolfsburg gibt es einkommensarme Familien und damit Kinder- und Jugendarmut. "Unser zentrales Thema muss daher nach wie vor sein, dass wir unsere Potenziale nutzen, um insbesondere benachteiligte Familien zu stärken und Teilhabe an Arbeit und Einkommen, an Bildung, an Wohnraum, an Kultur, Sport und Freizeit zu ermöglichen", so Klaus Mohrs.

Familie ist wer sich umeinander kümmert


Die Familienbefragung 2016 nimmt Familien mit einem weiten Familienbegriff wahr, also Menschen, die sich umeinander kümmern. Auch werden durch die Befragung die verschiedenen Fachgebiete, die sich in der Verwaltung mit dem Thema Familie beschäftigen, in ihren Erkenntnisinteressen gebündelt. So finden sich in diesem Familienbericht neben den Themen Kindertagesbetreuung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch Bildungsthemen und Aussagen zu familialen Fürsorgeleistungen, zum Wohnumfeld und zur sozialen Situation der Familien in den einzelnen Stadtteilen wieder.
Bei der Familiengerechtigkeit spielt das Betreuungsangebot dabei eine unmittelbare und bedeutende Rolle. "Eine qualitativ gute und flexible Kindertagesbetreuung ist und bleibt eine wichtige Bedingung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und damit für die Teilhabe am Erwerbsleben. Der Familienbericht bestätigt uns in unserer Entscheidung, viel in die Steigerung der Bildungschancen investiert zu haben und große Energie auf Kita-Ausbau und Fachkräftegewinnung zu verwenden", erklärt Stadträtin Iris Bothe. Dementsprechend soll es auch in den kommenden Jahren weitere Investitionen geben.

Flexible Betreuungszeiten sind wichtig


Der Wunsch nach flexibleren Betreuungszeiten ist hier ebenfalls von Relevanz. Dabei geht es jedoch nicht zwingend um mehr Betreuungszeit, vielmehr um individuellere Gestaltungsmöglichkeiten. Katharina Varga, Leiterin Geschäftsbereich Jugend, hält fest: "Wir wollen den Wünschen der Familie, soweit es uns möglich ist, entgegen kommen. Jedoch muss im Vordergrund stehen, was dem Kind und seiner individuellen Entwicklung gut tut. Ein Ziel der Wolfsburger Familienpolitik sollte daher sein, Familienzeit, auch im Interesse des Kindeswohls, zu ermöglichen."

Mehr Raum für Jugendliche


Eine weitere Erkenntnis der Befragung ist, dass weiterhin Aufenthaltsorte für Jugendliche und junge Erwachsene geschaffen werden. Unter dem Motto "Jugend Raum geben" und mit dem neuen Rahmenkonzept zur Offenen Kinder- und Jugendarbeit ist unter anderem der Jugendtreff "Haltestelle" entstanden. Auch das "Café Extrem" am Laagberg wird zu einem Jugendort weiterentwickelt.

Daneben stellt die Pflege von Angehörigen zunehmend eine Herausforderung für Familien dar. Insgesamt erreicht der Anteil der Haushalte, in denen Pflegeverantwortung übernommen wird, in Wolfsburg 17%. Gute Unterstützungs- und Beratungsangebote vor Ort sind hier gefragt.

Erstes Fazit: Es lässt sich festhalten, dass verlässliche Arbeitszeiten und die Ausweitung flexibler Arbeitszeitmodelle Ansatzpunkte sowohl für Eltern als auch für fürsorgeleistende Angehörige sind, damit eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelingen kann. Es ist wichtig, einkommensarme Familien in den Blick zu nehmen und verlässliche Unterstützungsangebote vor Ort zu schaffen, um Familien in ihren unterschiedlichen Bedürfnissen (Kinderbetreuung, Pflege, Teilhabe) wirkungsvoll entlasten zu können.


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