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Feierabendgespräch: Über die Entscheidung zum KZ Laagberg

von Sandra Zecchino


Pia Zimmermann (zweite von links) diskutiert mit Mechthild Hartung, Dr. Manfred Grieger und Walter Hiller. Foto: Eva Sorembik
Pia Zimmermann (zweite von links) diskutiert mit Mechthild Hartung, Dr. Manfred Grieger und Walter Hiller. Foto: Eva Sorembik Foto: Eva Sorembik

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15.06.2017

Wolfsburg. Nachdem der Kulturausschuss in einer Sondersitzung am gestrigen Mittwoch die Empfehlung ausgesprochen hat, die Überreste einer Baracke in den nördlichen Bereich der ehemaligen KZ-Außenstelle Laagberg zu verlegen, um dort eine Bildungsstätte einzurichten, wurde das Ergebnis im Feierabendgespräch mit der Linken-Bundestagsabgeordneten Pia Zimmermann diskutiert.


Dabei kritisierte Walter Hiller, ehemaliger niedersächsischer Sozialminister und Betriebsratvorsitzender bei VW, den Umgang der Stadt Wolfsburg mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit stark. Als er 1960 nach Wolfsburg gekommen ist, ginge es nur darum, alles, was an die Vergangenheit erinnern würde, verschwinden zu lassen. Bis heute hätte es keine Aufarbeitung der Verantwortung von Volkswagen in der Zeit gegeben und zu einem vernünftigen Erinnern an die Opfer gehöre auch das Nennen der Täter. Schließlich sei Wolfsburg eine Hochburg des Nationalsozialismus gewesen.

Wie demokratisch war die Entscheidung im Ausschuss?


Mechthield Hartung, von der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes, hinterfragt in dem Gespräch vor allem die Hintergründe für die Entscheidung im Ausschuss. Ihrer Meinung nach sei keine andere Meinung zugelassen worden. So hätten nur Berichte für eine Gedenkstätte an einem anderen Ort vorgelegen. Der Profit hätte vor dem Erhalt des Mahnmals gestanden.

Aus Sicht des Historikers Dr. Manfred Griegers wird so die Erinnerung zum Showstück, zu einer Selbstbeweihräucherung. Es würden die Fakten geschaffen werden, die am besten passen, ohne dass überhaupt geklärt sei, woran genau erinnert werden soll.

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