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Feuerwehr: Akzeptanz in der Bevölkerung für Sirenengeheul sinkt

von Frederick Becker


Martin Kröhl sitzt in der Feuerwehrleitstelle auf dem Platz, von dem aus das Warnsignal an die Bevölkerung ausgelöst wird. Foto: Frederick Becker
Martin Kröhl sitzt in der Feuerwehrleitstelle auf dem Platz, von dem aus das Warnsignal an die Bevölkerung ausgelöst wird. Foto: Frederick Becker Foto: Frederick Becker

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16.06.2017

Salzgitter. Das Sirenensignal „Warnung der Bevölkerung”, beunruhigte am vergangenen Dienstag die Salzgitteraner. Gefahr war jedoch nicht im Verzug, der Grund war eine Fehlfunktion. Laut Feuerwehr sind Sirenen das beste Mittel, um die Bevölkerung zu warnen, aber so mancher stört sich an ihnen.


Wenn die Sirenen das Warnsignal an die Bevölkerung gegeben hätten, einen einminütigen auf- und abschwellenden Heulton, setze oft ein Schneeballsystem ein. Die Leute würden sich per Telefonkette gegenseitig über die Gefahrenlage informieren. Erläutert der Fachdienstleiter der Berufsfeuerwehr, Arne Sicks. Dass die Sirene am Dienstag auslöste, lag an einer Fehlfunktion in der digitalen Steuerung der Sirene.

Der Ton "Warnung an die Bevölkerung" wird nur in Sonderfällen eingesetzt. „Das können Großfeuer oder auch Schadstoffaustritte sein", weiß Brandamtmann Martin Kröhl, Sachbearbeiter im Bereich Sonderprojekte und Katastrophenschutz. Dass die Sirenen in der Vergangenheit im Ernstfall gewarnt hätten, daran kann sich bei der Feuerwehr niemand mehr erinnern.


So sehen die Sirenen aus. Sie erzeugen eine Lautstärke von 70 Dezibel. Foto: Stadt Salzgitter



An jedem ersten Samstag im Monat testet die Salzgitteraner Feuerwehr die Geräte auf ihre Funktionstüchtigkeit, indem sie sie für zwölf Sekunden in Betrieb nimmt. Früher bestand der Funktionstest aus dreimal zwölf Sekunden Warnton. Aber wegen Protesten der Bevölkerung wurde die Prüfung verkürzt. Die Testintervalle legen übrigens jeweils die Kommunen fest.

Technik und Ton stammen aus dem Zweiten Weltkrieg


Die Sirenen, meist vom Typ E57, sind motorgetrieben und erzeugen eine Lautstärke von 70 Dezibel. Die Technik ist seit dem Zweiten Weltkrieg unverändert. Ebenso der Warnton. Man setzte auch später, in Zeiten des Kalten Krieges, auf ein bewährtes Warnsystem. „Die Geräte sind simpel konstruiert und laufen sehr zuverlässig“, meint Martin Kröhl. Er ist nach eigener Aussage froh, dass es in allen Stadtteilen Salzgitters, außer in Lebenstedt, Bad, Lesse und Watenstedt, noch Sirenen gibt. Ausgelöst wird die "Warnung an die Bevölkerung" übrigens von der Feuerwehrleitstelle.

Das ist zu tun, wenn man "Warnung an die Bevölkerung" hört:



  • Gebäude aufsuchen

  • Fenster und Türen schließen, Lüftungs- und Klimaanlage ausschalten.

  • Radio oder Fernseher einschalten

  • Die Warn-App Nina checken oder warnung.bund.de aufrufen



Sie hört sich die Sirene an:


https://www.youtube.com/watch?v=yQohnqA92Ds


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