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Fiese Dachdecker-Geschäfte: Betrüger bringen Bürger um ihr Geld



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Fiese Dachdecker-Geschäfte: Betrüger bringen Bürger um ihr Geld

Nicht nur falsche Enkel und Polizisten treiben ihr Unwesen. Auch falsche Dachdecker sind unterwegs und wollen sicher nicht Ihr Dach decken.

von Anke Donner


Symbolfoto.
Symbolfoto. Foto: pixabay

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Region. Dass Betrüger immer wieder mit besonders fiesen Maschen versuchen, Menschen - besonders älteren - das Geld aus der Tasche zu ziehen, ist gemeinhin bekannt. In der Region sind derzeit Betrüger am Werk, die sich unter dem Namen örtlicher Handwerksbetriebe Geld ergaunern. Der Dachdeckerei Linde aus Wolfenbüttel sind solche Fälle schon häufig untergekommen, sagt Dachdeckermeister Uwe Linde.



So habe sich erst kürzlich eine ältere Dame bei seinem Unternehmen gemeldet und gefragt, wann denn nun der Mitarbeiter für die von ihr bereits angezahlten Reparaturen komme. Uwe Linde musste der Dame mitteilen, dass kein Mitarbeiter seines Betriebes solch einen Auftrag angenommen oder angeboten habe. Die Frau war auf einen fiesen Trickbetrug hereingefallen. Kein Einzelfall, sagt Uwe Linde. Bereits mehrmals seien ihm solche Fälle gemeldet worden. Dabei gehen die Täter scheinbar immer nach dem gleichen Muster vor: Sie klingeln an Haustüren, stellen sich als Mitarbeiter örtlicher Handwerksbetriebe vor, weisen die Bewohner auf Mängel am Dach hin und machen das Angebot, die Reparaturarbeiten auszuführen.

Dabei müsse der "Kunde" aber in Vorkasse gehen, damit entsprechendes Material beschafft werden könne. Schlimmstenfalls wird die geforderte Summe gezahlt und der vermeintliche Mitarbeiter macht sich vom Acker - so wie im jüngsten Fall, der Uwe Linde bekannt ist. "Ich erlebe solche Betrügereien häufig. Mitunter ein, -zweimal im Monat", sagt der Dachdeckermeister und warnt eindringlich davor, solche Geschäfte an der Haustür abzuschließen. Niemals klingeln Mitarbeiter einfach an den Türen von Bürgen und machen Reparaturangebote. Entweder der Kunde erteilt einen Auftrag, für den er anschließend eine Rechnung bekommt oder nicht. Haustürgeschäfte gibt es nicht.

Im Zweifel die 110 wählen


Vor solchen Haustürgeschäften warnt auch die Polizei eindringlich, sagt Frank Oppermann, Pressesprecher der Polizei Wolfenbüttel. Auch der Polizei sei bereits ein ähnlicher Fall gemeldet worden. In der Straße Am Teiche gab es Hinweise auf Betrüger, die an den Haustüren der Leute krumme Geschäfte machen wollten. In besagtem Fall wurde zwar die Polizei alarmiert, die konnte aber keine Verdächtigen mehr antreffen. Dennoch warnt Oppermann und appelliert an den gesunden Menschenverstand und das Bauchgefühl. Denn obwohl viel Präventionsarbeit zum Thema Trickbetrug betrieben werde, würden nahezu täglich neue Fälle bekannt.

Und auch im Rest der Region hat es schon ähnliche Fälle gegeben. In Braunschweig beispielsweise gaben Betrüger vor, Ausbesserungsarbeiten am Dach ausführen zu wollen und brachten ein Ehepaar um deren Schmuck. Aber egal, ob falscher Polizist, Dachdecker, Enkel oder Stadtwerkemitarbeiter - Vorsicht und Misstrauen sind der beste Schutz, warnt auch die Polizeidirektion Braunschweig vor Betrügereien jeglicher Art. Im Zweifel hilft ein Anruf bei der Polizei, rät Christoph Nowak, Sprecher der Polizeidirektion Braunschweig. "Wenn sich ein schlechtes Bauchgefühl einstellt und einem bei etwas mulmig wird, dann lieber sofort die 110 wählen. Wir kommen immer und sind jederzeit bereit, Hinweisen nachzugehen", betont Nowak, der rät, niemals Geld an Fremde auszuhändigen, keine Geschäfte an der Haustür oder am Telefon abzuschließen, niemanden ins Haus zu lassen, den man nicht kennt und immer zu versuchen, sich rückzuversichern. Im Zweifel das Gespräch sofort beenden.


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