Film zeigte Lebensbedingungen der Menschen in Fukushima


Im Kino wurde der Film „Kanon der kleinen Stimmen" gezeigt. Foto: Lutz Seifert
Im Kino wurde der Film „Kanon der kleinen Stimmen" gezeigt. Foto: Lutz Seifert | Foto: Seifert

Wolfenbüttel In Wolfenbüttel im Filmpalast wurde der bewegende Dokumentarfilm „Kanon der kleinen Stimmen„ von der Regisseurin Hitomi Kamanaka gezeigt.


Der gemeinnützige Verein „regionale Energie und Klimaschutzagentur“ kurz „reka“, der laut seiner Vereinssatzung zum Schutz der Umwelt und des Klimas sowie zum Erhalt natürlicher Ressourcen beitragen will, hatte diese Filmvorführung organisiert. Der Film wurde im Rahmen der europäischen Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima gezeigt.

Der bewegende Dokumentarfilm schildert die Situation der Einwohner von Fukushima, die nun mit den Folgen der Reaktorkatastrophe von März 2011 leben müssen. Nicht alle konnten fliehen und die vor Ort verbliebenenwerden von der Regierung, die die „Sache“ am liebsten unter den Teppich kehren würde, alleine gelassen. Wegen der erhöhten Strahlung sorgen sich die Mütter um ihre Kinder. Alles ist radioaktiv kontaminiert, auch die Nahrungsmittel. Die Kinder bekommen Schilddrüsenkrebs und andere Erkrankungen – wirkliche Hilfe von den Behörden gibt es jedoch nicht. Eher das Gegenteil! So werden zum Beispiel für das Schulessen Lebensmittel aus der Region verwendet. Der Reis aus
Fukushima sei laut den Behörden unbedenklich und könne von den Kindern
ruhig verzehrt werden.

Aus den besorgten Müttern formiert sich eine Gruppe, die „Haha-Ranger“, die nun gemeinsam versuchen ihre Kinder zu schützen und andere Leute über die Gefahren der Radioaktivität aufklären wollen. Sie schaffen sogar „saubere“ Lebensmittel aus anderen Regionen heran. Die Regisseurin Hitomi Kamanaka hat die Betroffenen in der Präfektur Fukushima über zwei Jahre lang begleitet und Interviews mit ihnen geführt, woraus dann diese Dokumentation entstanden ist. In früherer Zeit hat sich die Regisseurin in Tschernobyl für Strahlenopfer eingesetzt, vor
allem für Kinder. Nach dem Film schilderte der Zeitzeuge Takashi Kunimoto den Kinobesuchern seine persönlichen Eindrücke in Japan und die Gründe warum er nach den Reaktorunfällen nach Deutschland gezogen ist.


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