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Filmkritik – "Tschiller: Off Duty"

von Jan Borner


Til Schweiger ist Tschiller. Foto: © 2015 Warner Bros Ent.
Til Schweiger ist Tschiller. Foto: © 2015 Warner Bros Ent. Foto: © 2015 Warner Bros Ent

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10.02.2016


Wolfenbüttel. Til Schweiger bringt den Tatort auf die große Leinwand. Mit dem Kopf durch die Wand setzt der Schauspieler und Regisseur, der in den letzten Jahren vor allem mit gefühlvollen Komödien Erfolge feiern konnte, jetzt jede Menge Ausrufezeichen im Action-Genre.

Vom Tatort ist eigentlich gar nicht viel geblieben in Til Schweigers Kino-Tatort. Statt an die deutschen Kultkrimis erinnert der Streifen eher an eine typisch amerikanische Blockbuster-Produktion: Auf der einen Seite ein Bösewicht, dessen Charakter so flach bleibt, dass man ihn ohne schlechtes Gewissen von Grund auf hassen kann und auf der anderen Seite dieser verdammt coole Actionheld – risikofreundlich, mit lockeren Sprüchen in den stressigsten Situationen, knallhart, aber gleichzeitig voller Liebe und Aufopferung für die Menschen, die er liebt. Tschiller ist "Off Duty", also außerdienstlich unterwegs, weil seine Tochter entführt und verschifft wurde. Der Hamburger Kommissar setzt natürlich alles daran, seine Tochter zu retten und die Täter mit geballter Faust zu strafen. Nicht nur stilistisch erinnert Til Schweigers Kino-Tatort an einen Hollywood-Blockbuster, auch inhaltlich könnte man glauben, man schaue gerade die deutsche Adaption von "96 Hours", in dem Actionheld Liam Neeson um seine entführte Tochter kämpft.

Der Film macht irgendwie Spaß...


Aber trotz allem: Der Film macht irgendwie Spaß. Er schafft halt genau das, was Blockbuster schaffen sollten: Er sorgt für eine seichte, spannende und zum Teil lustige Abendunterhaltung. Zu verdanken hat er das vor allem Co-Star Fahri Yardim, der mit seiner sympathischen Art den Humor rüberbringt, der nötig ist, um die überdrehten Actionszenen nicht allzu ernst nehmen zu müssen. Wer also ein bisschen Ironie mit ins Kino bringt und sich darauf einstellt, dass Til Schweiger mit seinem Tatort nicht gerade eine Realitätsstudie betreibt, sondern einfach mal ein bisschen das gute alte Heldentum abfeiert, der kann den Film durchaus genießen.


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