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Flüchtling zeichnet Bilder von Angst und Krieg



Wolfenbüttel

Flüchtling zeichnet Bilder von Angst und Krieg

von Jan Borner


Bürgermeister Thomas Pink mit Salahedin Rasul. Foto: Jan Borner Foto: Jan Borner

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Wolfenbüttel. Salahedin Rasul wurde wegen seiner kurdischen Abstammung in seiner syrischen Heimat verfolgt. 2015 kam er als Flüchtling nach Wolfenbüttel. Mitgebracht hat er viele bedrückende Erinnerungen und Eindrücke, die er in Zeichnungen festhält. Seine Bilder werden nun bis zum 29. April im Rathaus ausgestellt.

Salahedin Rasul zeichnet. Das klingt eigentlich ungefährlich, in seinem Fall aber ist das anders. "Meine Leidenschaft ist das Zeichnen zu politischen Themen", erklärt der Künstler in einer Selbstbeschreibung, die nun neben seinen Bildern im Wolfenbütteler Rathaus hängt. Er hat Karikaturen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad gezeichnet. Wegen dieser Bilder, so erklärt er, und aufgrund seiner kurdischen Abstammung droht ihm in Syrien nun der Tod. Deshalb musste er fliehen. Er hatte gehofft, seine Familie schnell nachholen zu können. Seine Frau und seine Kinder sind aber noch immer in dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land. "Ich lebe in ständiger Angst vor schlimmen Nachrichten von Zuhause", erklärt er.

"Es würde mich freuen, wenn er weiter zeichnet"




Diese Angst hat Salahedin Rasul auf's Papier gebracht. Es sind Bilder, die Unterdrückung von Frauen zeigen, Bilder von Kindern, die in den Krieg gezogen werden, mit Kohle und dem Zeichenstift abstrahiert, aber die Stimmung bleibt bedrückend konkret. Bürgermeister Thomas Pink eröffnete die Vernissage der Ausstellung und betonte, dass Salahedin Rasul versuche, die Unrechtbehandlung der Menschen durch seine Zeichnungen einzufangen. "Es würde mich freuen, wenn er weiter zeichnet", sagte Thomas Pink und fügte hinzu, dass es ihn auch freuen würde, wenn seine Bilder dann auch irgendwann ins Fröhliche übergehen könnten. Bis zum 29. April sind seine Bilder im Zwischengeschoss des Rathauses, vor dem Büro des Integrationsmanagements zu sehen.

Salahedin Rasul bedankte sich auf deutsch dafür, dass er seine Bilder im Rathaus ausstellen darf. "Ich bin glücklich, hier in Wolfenbüttel zu sein", sagte er.


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