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Flüchtlinge am Arbeitsmarkt - Eitge zieht Zwischenbilanz



Braunschweig

Flüchtlinge am Arbeitsmarkt - Eitge zieht Zwischenbilanz

von Robert Braumann


Flüchtlinge bei der Ankunft, Foto: A. Donner
Flüchtlinge bei der Ankunft, Foto: A. Donner Foto: Anke Donner)

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Braunschweig. Im Wirtschaftsausschuss der Stadt Braunschweig stellte Arbeitsagentur-Chef Harald Eitge am Freitag die aktuelle Situation von Flüchtlingen am Arbeitsmarkt in Braunschweig da. 

Er sagte, man habe in Braunschweig eigentliche eine erstaunliche Entwicklung. Die Zahl der arbeitslosen Ausländer in der Stadt Braunschweig sei gesunken. Auch in Goslar und in Wolfenbüttel seien die Zahlen in etwa gleich geblieben und würden stagnieren. In der Stadt Salzgitter gäbe es dagegen einen deutlichen Anstieg. Viele Flüchtlinge dort seien Zugezogene aus anderen Bereichen Deutschlands. In Salzgitter hätten sich viele Syrer eingefunden. Problem für die Arbeitsagentur sei, dass man sich bei den Asylzugangsländer in Zukunft nur noch um die Personen aus den unsicheren Herkunfstländern kümmern könne. Das seien Afghanistan, Eritrea, Somalia, Iran, Nigeria, Iran, Pakistan und Syrien. Im ganzen Bezirk habe man aber nur rund 500 Menschen aus diesen Ländern, die bei der Arbeitsagentur gemeldet seien. "Wir können nur etwas für die Menschen tun, die bei uns gemeldet sind." Auch deshalb habe man sich für die Regionale Kooperationsvereinbarung entscheiden (regionalHeute.de berichtete).

Datenlage schwierig


So sollen alle Menschen in der Region erfasst werden, die überhaupt für die Förderung durch die Arbeitsagentur in Frage kommen. Die weiteren Bestandteile der Kooperationsvereinbarung sind, dass die Talente und Kompetenzen der Menschen frühzeitig erfasst werden sollen und die Kommunikation zwischen allen Akteuren reibungslos ablaufen soll. „Der Schlüssel zur erfolgreichen gesellschaftlichen Integration von Flüchtlingen, der Schlüssel zum Erfolg wird in der Arbeitsaufnahme liegen. Denn Arbeit ist nicht nur bloßer Gelderwerb, Arbeit ist die Quelle für soziale Anerkennung, für Autonomie und Teilhabe“, sagte Harald Eitge, Leiter der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar. Daneben sei das Erlernen der Sprache ein zentrales Thema.


Eitge stellte den aktuellen Stand vor, Foto: Robert Braumann


"Gerade die Sprache ist ein sehr großes Problem"


Er verwies auf ein Projekt in Goslar, wo man gemeinsam mit Betrieben eine Lösung gefunden habe (regionalHeute.de berichtete). Gelinge dieses Vorhaben, wolle man dies auch ausbauen. Katrin Miehe-Scholz, Jobcenter, stellte weitere Maßnahmen vor. Schaffung von Tagesstrukturen, Qualifizierungsmaßnahmen, Abklärung gesundheitlicher Probleme, Prüfung kommunaler Eingliederungsmaßnahmen und Weiteres. Nach spätestens drei Jahren sollen die Flüchtlinge dann in die Betreuung im Bestandskundenbereich weitergegeben werden. Für die jüngeren Flüchtlinge seien Sprachlernklassen oder das Berufsvorbereitungsjahr für Migranten zu nennen. Das Engagement der Wirtschaft sei sehr groß, man müsse aber sehr niederschwellig herangehen und nicht zu schnelle Erfolge erwarten. "Gerade die Sprache ist ein sehr großes Problem", so Eitge. "Wir müssen die Motivation der Menschen aufgreifen, denn wer motiviert ist der wird auch lernen." Er verwies auf das Integrationsgesetz, damit solle aus seiner Sicht alles schneller gehen. Das angedachte Arbeitsmarktprogramm FIM würde dazu führen, dass die Menschen zumindest in Arbeit kommen könnten. Mit den angedachten Sanktionierungsmaßnahmen für Flüchtlinge sei man zumindest für die Region über das Ziel hinausgeschossen. Er habe es bisher nicht erlebt, dass Kurse nicht angenommen werden würden.  Der Verzicht auf die Vorrangprüfung für drei Jahre bewertete Eitge positiv.


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