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Flüchtlingsteam des Jobcenters bearbeitet die Sprachbarriere

von Alexander Dontscheff


Olaf Schieseck vom Jobcenter stellte dem Integrationsausschuss die Arbeit des Flüchtlingsteams vor. Foto: Alexander Dontscheff
Olaf Schieseck vom Jobcenter stellte dem Integrationsausschuss die Arbeit des Flüchtlingsteams vor. Foto: Alexander Dontscheff Foto: Dontscheff

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26.02.2017

Braunschweig. Das Flüchtlingsteam im Jobcenter Braunschweig stellte dem Ausschuss für Integrationsfragen in seiner letzten Sitzung seine Arbeit vor. In den meisten Fällen stelle vor allem die Sprachbarriere ein Problem dar.


Die meisten Flüchtlinge kämen ohne oder nur mit rudimentären Deutschkenntnissen in das Erstgespräch, erläuterte Olaf Schieseck vom Jobcenter Braunschweig. Manche müssten erst in lateinischer Schrift alphabetisiert werden. "Die Schwierigkeiten, die in einem Erstgespräch mit einer Familie aus Syrien, die kein Wort Deutsch spricht, auftreten können, haben wir anfangs unterschätzt", gibt Schieseck zu.

Zielgruppe sind anerkannte Flüchtlinge


Insgesamt sieben Mitarbeiter hat das Team. Zielgruppe sind anerkannte bzw. geduldete Flüchtlinge, die als Neukunden einen Antrag stellen oder diesen in den Jahren 2014 bis 2016 bereits gestellt haben. "Im Erstgespräch geht es darum zu klären: Wo will der Flüchtling hin? Was ist umsetzbar? Wie können wir helfen?" fasst Schieseck zusammen.

Konzentration auf das Erlernen der Sprache


Um in Deutschland arbeiten zu können, wird das international normierte Sprachniveau B1 angestrebt. Die Sprachkurse dauern sechs Monate, können aber auf neun Monate verlängert werden. Modelle wie der Kompass, bei denen Sprachkurs mit anderen Tätigkeiten kombiniert wurde, hätten sich nicht bewährt. "Sechs Stunden Deutsch lernen am Tag ist schon ein Brett", so Schieseck. Da sollte man den Nachmittag besser nutzen, das Gelernte nachzuarbeiten.

"Wir geben keinen auf!"


Doch auch nach neun Monaten können nicht alle Teilnehmer auf das nötige Sprachniveau gebracht werden. "Wir geben keinen auf", beteuert Schieseck. "Aber wenn auch nach 900 Stunden erkennbar ist, dass die Sprache nicht erlernt wird, versuchen wir den Betreffenden in einen Job zu vermitteln, in dem keine Sprachkenntnisse nötig sind." Arbeitgeber zu finden, die Flüchtlinge einstellen oder ausbilden ist daher eine weitere Aufgabe des Teams. Dafür dienen diverse Netzwerke, etwa zur Bundesagentur für Arbeit oder dem Arbeitskreis der Stadt.


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