Flugstunden im Wohnzimmer - Für Wellensittiche unverzichtbar

Freiflug sei für Wellensittiche kein Bonus, sondern eine Bedingung für ein gesundes Leben. Doch welche Voraussetzungen muss man in seiner Wohnung schaffen?

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Symbolbild | Foto: mauritius images / age fotostock / Picture Partners / Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e. V.

Region. Viele Menschen schätzen Wellensittiche als charmante und soziale Mitbewohner. Damit die Ziervögel ihre aufgeweckte Art ausleben können, muss ihre Lebensqualität gesichert sein. Regelmäßiger Freiflug ist unverzichtbar: Dabei können Wellensittiche ihren Instinkten folgen, Muskeln auf- und Stress abbauen. Mit drei Tipps gehen Vogelhalter auf Nummer sicher, so der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e. V. in einer Pressemitteilung.



Wellensittiche stammen ursprünglich aus Australien. Dort legen sie täglich weite Strecken zurück, fliegen, erkunden und interagieren miteinander. „Freiflug ist für Wellensittiche kein Bonus, sondern eine Bedingung für ein gesundes Leben. Ohne ihn können die Vögel ihre natürlichen Verhaltensweisen nicht ausreichend ausleben, ihre Muskulatur wird schwächer und es kann sogar zu Atemproblemen kommen“, sagt Vogelexpertin Gaby Schulemann-Maier. „Ich empfehle mindestens vier Stunden Freiflug pro Tag – ein Zuviel gibt es nicht.“ Sehr wohl aber ein Zuwenig: Das kann zu Übergewicht oder Stressreaktionen wie Federpicken und verstärktem Rückzugsverhalten führen.

Sichere Bedingungen schaffen


Damit Freiflug sicher und stressfrei funktioniert, ist eine sorgfältige Vorbereitung erforderlich. Das heißt, Türen und Fenster müssen geschlossen sein, Spiegel oder Glasflächen sollten abgehängt oder markiert werden. Im Zimmer sollten sich keine gefährlichen Gegenstände oder giftigen Pflanzen befinden. Als Höhlenbrüter werden Wellensittiche immer wieder versuchen, sich in enge Spalten zu quetschen – darauf sollten Halter achten und diese Gefahrenquellen bereits im Vorfeld beseitigen.

Falls die Vögel dann doch einmal feststecken, sollte man sie unverzüglich aus der Lage befreien. Um ihnen ein Gefühl von Sicherheit zu bieten, sollten sie Rückzugsmöglichkeiten und erhöhte Sitzstangen oder Schaukeln vorfinden. Diese Vorbereitungen sind eine Grundlage dafür, dass die Vögel ihre Flugstunden unbeschwert genießen können. Es bietet sich an, ein festes Zimmer für den Freiflug einzuplanen. Andere Heimtiere sollten in dieser Zeit keinen Zugang haben, um die Ziervögel nicht in Stress zu versetzen.

Vögel beim Freiflug in Ruhe lassen


Grundsätzlich sollten die Wellensittiche die Möglichkeit haben, beim Freiflug in Ruhe den Raum zu erkunden. Es empfiehlt sich, die Vögel in erster Linie zu beobachten, ohne direkt mit ihnen zu interagieren – denn körperliche Nähe kann Stress verursachen. „Interaktion findet generell eher zwischen zwei oder mehreren Vögeln statt, die gemeinsam fliegen. Menschen haben eher eine Rolle als Beobachter und Aufsicht“, so die Expertin.

Den Rückweg ins Vogelheim erleichtern


Insbesondere wenn man noch keine Erfahrung in der Vogelhaltung hat, kommt schnell die Frage auf, wie die Vögel denn im Anschluss an die Erkundungstour wieder zurück in ihr Heim finden. „Das funktioniert am einfachsten über Futter“, erklärt Schulemann-Maier. „Die Tiere sind an ihre bekannten Futterstellen gewöhnt und werden diese aufsuchen. Entsprechend sollte man außerhalb des Käfigs auf Leckereien verzichten.“ Darüber hinaus ist das Vogelheim in der Regel ein vertrauter Rückzugsort, den die Wellensittiche gerne wieder aufsuchen, um sich zu erholen.

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