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Förderung für Regionalmanagement im Helmstedter Revier



Förderung für Regionalmanagement im Helmstedter Revier


Buschhaus wird 2020 außer Betrieb genommen. Foto: Magdalena Sydow Foto: Magdalena Sydow

Helmstedt. Der Bund hat grünes Licht gegeben für die Fördermittel zum Regionalmanagement im Helmstedter Revier. Dies teilte Staatssekretärin Daniela Behrens dem Landkreis in einem Schreiben mit. Damit können rund 900.000 Euro für dieses Projekt in den Landkreis fließen.



Der Landkreis Helmstedt ist im Strukturwandel. Und das nicht erst seit heute. Das Braunkohlerevier Helmstedt ist das einzige Braunkohlerevier im Bundesland Niedersachsen. Folglich spielt der Strukturwandel dieses einstig sehr großen Arbeitgebers eine sehr bedeutsame Rolle für die Wirtschaftsentwicklung des Landkreises Helmstedt. Als Leitziel der Wirtschaftsentwicklung hat der im September 2016 neu gewählte Landrat Gerhard Radeck den Begriff der „Drei B“ in die öffentliche Diskussion eingeführt. „Drei B“ bedeutet Barmke, Breitbandentwicklung und Buschhaus.

Kohle steht vor dem Aus


Nach dem Auskohlen der Tagebaue, der Überführung des Kraftwerks Buschhaus in die Kaltreserve und dem endgültigen Aus für dieses Kraftwerk ab 2020 stellt sich die Frage der Folgenutzung. „Wir verfügen mit Buschhaus über einen genehmigten Industriestandort mit exzellenter Infrastruktur“, hebt Radeck hervor. Wie sich die Folgenutzung gestalten könnte, soll nun ein Regionalmanagement erarbeiten. Darunter ist die Steuerung von Entwicklungsprozessen, die auf regionalen Planungen basieren, zu verstehen. Das Regionalmanagement-Projekt Buschhaus, das im ministeriellen Verwaltungsdeutsch mit „Projekt zur nachhaltigen Gestaltung des Strukturwandels im Braunkohlerevier Helmstedt“ bezeichnet wird, ist in den vergangenen zwei Monaten in enger Zusammenarbeit mit der Staatssekretärin Daniela Behrens und ihrem Team im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr dahingehend bearbeitet worden, dass eine Förderung des Vorhabens ermöglicht werden kann. Wie Staatssekretärin Behrens mitteilt, konnte eine Förderhöhe von 90 Prozent und damit die Höchstquote erreicht werden. „Mehr geht nicht“, freut sich Radeck. „Bund und Land erkennen damit die enorme Wichtigkeit dieses Projektes für den Landkreis Helmstedt an.“



Bei Gesamtkosten von zirka einer Million Euro muss der Landkreis einen Eigenanteil von lediglich 100.000 Euro erbringen. „Das ist gut investiertes Geld“, meint Wirtschaftsförderer Jörg Pohl. Behrens bestätigt in ihrem Schreiben weiter, dass es gelungen sei, das Projekt im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe des Bundes und der Länder „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) erfolgreich zu platzieren. Pohl weist darauf hin, dass dies ein nicht alltäglicher Vorgang in der Förderlandschaft sei, da es außer dem Helmstedter Projekt nur noch ein einziges weiteres Projekt in Deutschland gebe, das die sog. Experimentierklausel nach den Voraussetzungen der GRW in Anspruch nehmen kann.

In der nun folgenden Zeit wird der Landkreis den formalen Förderantrag, der über die Förderbank des Landes Niedersachsen (NBank) gestellt werden muss, auf den Weg bringen. Dank der Unterstützung des niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, der NBank sowie des Amtes für regionale Landesentwicklung hofft Landrat Radeck, dass auch diese Hürde in naher Zukunft genommen werden kann. „Ich bin zuversichtlich, dass wir diesen Zug schon bald auf die Reise bringen können“, so Landrat Radeck.


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