Wolfsburg

Forum Architektur: positive Bilanz zum Jahresprogramm Wohnen


Ausstellung „Wie man eine Stadt entwickelt. Planen, Bauen und Wohnen in Wolfsburg 1960 und heute“, Stadtmuseum Schloss Wolfsburg, noch bis zum 22. Januar 2017 zu sehen. Foto: Peter Riewaldt.
Ausstellung „Wie man eine Stadt entwickelt. Planen, Bauen und Wohnen in Wolfsburg 1960 und heute“, Stadtmuseum Schloss Wolfsburg, noch bis zum 22. Januar 2017 zu sehen. Foto: Peter Riewaldt.

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09.01.2017

Wolfsburg. Auf ein vielfältiges Baukultur-Jahr 2016 mit dem Schwerpunkt-Thema Wohnen blickt das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg zurück.


„Wohnungsbau ist eine Aufgabe, die alle Menschen betrifft und interessiert. Daher haben wir die Wohnbauoffensive der Stadt Wolfsburg in den Mittelpunkt gerückt und die inzwischen vielfältig sichtbaren Projekte auf ganz unterschiedlichen Wegen gezeigt und erläutert – mit sehr positiver Resonanz und vielen offenen Diskussionen“, erklärt Nicole Froberg, Leiterin des Forum Architektur. Parallel zur Realisierung der großen Wohnbauvorhaben im Osten des Stadtgebiets Hellwinkel und Steimker Gärten wird dieser Schwerpunkt 2017 fortgesetzt und weiterentwickelt.

Besonders beliebt und vielfach überbucht waren die Baustellenrundgänge unter dem Titel BauSommer 2016, die vom einfachen Wohnungsbau am Drömlingsstadion in Vorsfelde über das Umbauprojekt Neue Burg bis zu den Stadtvillen an der Nordstadtstraße am Schloss Wolfsburg ganz verschiedene Aufgaben des Wohnungsbaus thematisierten.

Radtouren zu Baustellen waren sehr beliebt


Auch die neu konzipierten Fahrradtouren durch Wolfsburg entlang der verschiedenen Wohnbau-Projekte fanden viele Teilnehmer. „Wir wünschen uns mehr“, lautete ihr einhelliges Fazit. Eine Fortsetzung beider Programme ist geplant. In Vortragsveranstaltungen der Reihe „Forum am Mittwoch“ waren neben Ingrid Spengler aus Hamburg, neues Mitglied des Gestaltungsbeirats Wolfsburg, auch Rainer Ottinger vom Büro OM Architekten und Dr.-Ing Rüdiger Stauth vom Büro Reichel + Stauth Architekten aus Braunschweig zu Gast, die zum Beispiel an der Grauhorststraße und im Hellwinkel innovativen Wohnbau entwickeln.

„Denn natürlich muss es trotz eines enormen Wohnungsbaudrucks auch um die Frage nach Qualitäten gehen, wenn wir das Lebensumfeld der Bewohner für die nächsten Jahrzehnte gestalten“, unterstreicht Kai-Uwe Hirschheide, kommissarischer Baudezernent der Stadt Wolfsburg. Auch hier wird die Reihe weitergeführt. Am Mittwoch, 22. Februar, um 19 Uhr spricht Architekt Jörg Finkbeiner vom Büro Partner und Partner aus Berlin im Alvar-Aalto-Kulturhaus.

„Die nachwachsende Stadt“ ist sein Thema, was unter anderem einen geschlossenen Verwertungskreislauf der Baustoffe, die Potentiale nachwachsender Materialien und den Einsatz regenerativer Energien einschließt. Das Büro realisiert aktuell ein Wohnprojekt für die Wohnungsbaugesellschaft Neuland in Detmerode. Am Mittwoch, 29. März, um 19 Uhr wird an gleicher Stelle Peter Haimerl, Architekt aus München vortragen unter dem spannenden Titel „Raus aus der Retorte! Wolfsburg historisch gedacht“.

Architekturfilmtage im Hallenbad


Auch neue Projekte können Architekturinteressierte in diesem Jahr erwarten. Vom 12. bis 16. März finden die Architekturfilmtage 2017 der Architektenkammer Niedersachsen im Hallenbad in Wolfsburg statt mit einem täglich wechselnden Filmangebot. Eine neue Fahrradtour thematisiert die grünen Orte der Stadt und ihre Geschichte. Im Sommer ist zudem eine Ferienwoche für Kinder mit Ausflügen zum Thema Wohnen geplant.

Zu Ende geht allerdings die Sonderausstellung „Wie man eine Stadt entwickelt“ im Stadtmuseum Schloss Wolfsburg. Am Beispiel der Stadtteile Teichbreite/Tiergartenbreite und Detmerode zeigt sie Parallelen und Unterschiede der letzten großen Wohnungsbauentwicklung in den 1960er Jahren und der heutigen Situation auf.

„Was können wir daraus heute noch lernen“, fragt ein letzter Rundgang zur Finissage am 22. Januar, um 15 Uhr. „Neben dieser Kooperation mit den Historikern des Stadtmuseum haben wir im Laufe des Jahres Ausstellungen mit den Entwürfen des neuen Stadtquartiers Hellwinkel und in Zusammenarbeit mit der Neuland Wohnungsgesellschaft auch die Ergebnisse des Wettbewerb ,Wohnen am Kurt-Schumacher-Ring‘ gezeigt“, erinnert Nicole Froberg.

500 Besucher beim Tag der offenen Tür


Aber auch andere Themen kamen 2016 nicht zu kurz. Zum Jahresbeginn hatte noch die Fertigstellung der Theatersanierung begeistert. 500 Besucher nutzten nach Ostern einen Tag der offenen Tür um sich von den Architekten und Baubeteiligten das Ergebnis vorstellen zu lassen. „Neben dem Theater von Hans Scharoun zählen auch die Bauten von Alvar Aalto und Zaha Hadid weiterhin zu unseren gut nachgefragten Klassikern“, betont Esther Orant, die beim Forum Architektur den Bereich Architekturführungen betreut.

Knapp 3.000 Gäste in Führungen verzeichnete das Forum Architektur im vergangenen Jahr. Damit hat sich sowohl die Besucherzahl, als auch die Höhe der Einnahmen in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt. Noch immer ist dieses einzigartig im Vergleich zu anderen deutschen Städten. Der studentische Ideenwettbewerb „Wolfsburg Award for urban vision“ feierte 2016 sein zehnjähriges Jubiläum. Die Arbeiten aller Preisträger werden aus diesem Grund vom 9. bis 27. Januar noch einmal in einer Ausstellung in der Bürgerhalle gezeigt. Im Jahr 2016 nahmen insgesamt 146 Studierende von 19 Hochschulen mit 70 Einzel- oder Gruppenarbeiten teil. Im Vergleich zum Vorjahr ist auch dieses eine Verdoppelung der Beiträge. Seit 2007 haben sich 549 Studierende mit insgesamt 328 Wettbewerbsarbeiten beteiligt.

Neu aufgestellt hat sich zum Jahresende das Netzwerk Baukultur in Niedersachsen, das in den vergangenen sechs Jahren auf 267 Partner angewachsen ist. Das Sozialministerium des Landes Niedersachsen hatte es Ende November 2009 als Zusammenschluss für die Baukultur initiiert: Die Stadt Wolfsburg, vertreten durch das Forum Architektur, unterstützte mit schon vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen den Start des Netzwerks. Nun soll es Schritt für Schritt auf eigene Füße gestellt werden. Sitz der Geschäftsstelle bleibt aber weiterhin das Alvar-Aalto-Kulturhaus in Wolfsburg.

Weitere Informationen zum Forum Architektur finden sich unter www.wolfsburg.de/architektur.

Termine im ersten Quartal 2017: Mittwoch, 22. Februar, um 19 Uhr, Forum am Mittwoch, Wohnungsbau heute. Werkberichte aus Wolfsburg. Teil 3, Die Nachwachsende Stadt: lokale Architektur in globalem Kontext. Jörg Finkbeiner, Partner und Partner Architekten, Berlin, Ort: Alvar-Aalto-Kulturhaus, Porschestraße 51, 38440 Wolfsburg, Eintritt frei;

Montag, 13. März, um 20 Uhr, Film, Die Elbphilharmonie. Von der Vision zur Wirklichkeit. Zu Gast: Autorin Annette Schmaltz, Dokumentation, 2016, 60 Minuten, Im Rahmen der Architekturfilmtage 2017 präsentiert durch die Architektenkammer

Niedersachsen und in Kooperation mit dem Hallenbad – Kultur am Schachtweg, Ort: Hallenbad, Kultur am Schachtweg, Schachtweg 31, 38440 Wolfsburg, Eintritt: sechs Euro;

Mittwoch, 29. März, um 19 Uhr, Forum am Mittwoch, Raus aus der Retorte! Wolfsburg historisch gedacht. Peter Haimerl, Peter Haimerl. Architektur, München; Ort: Alvar-Aalto-Kulturhaus, Porschestraße 51, 38440 Wolfsburg, Eintritt frei;


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