Wolfsburg. Eine Frau mit einem nicht ausreichenden Fahrschein sollte am Dienstagmorgen in Wolfsburg einen ICE verlassen. Stattdessen ging sie mit Gewalt gegen den Zugführer vor. Mit Konsequenzen für alle Fahrgäste, wie die Bundespolizeiinspektion Magdeburg in einer Pressemeldung berichtet.
Die Frau fuhr im Intercity-Express (ICE) von Hannover in Richtung Berlin. Bei der Fahrscheinkontrolle händigte die 35-Jährige dem Zugchef lediglich ein Quer-durchs-Land-Ticket aus. Der Kontrolleur machte sie darauf aufmerksam, dass jenes nicht für Fernverkehrszüge gilt. Er habe der Frau die Situation erläutert, eine Fahrpreisnacherhebung erstellt und ihr sogar eine Alternativroute mit Regionalzügen von Wolfsburg in Richtung Berlin herausgesucht.
Zugchef gezielt angegriffen
Demnach sollte sie den ICE in Wolfsburg verlassen. Sie verweilte jedoch weiter im Zug und ging nach Weiterfahrt gezielt auf den Zugchef zu, schlug mit der Faust auf dessen rechte Körperseite und beschädigte durch Festhalten und Ziehen seine Dienstjacke. Daraufhin wurde über die Notfallleitstelle der Bahn in Leipzig um 8:45 Uhr die Bundespolizei informiert und um Unterstützung gebeten. Verständigte Beamte waren mit Einfahrt des relevanten Zuges an dem Ankunftsgleis am Hauptbahnhof Stendal.
Die Bundespolizisten nahmen von allen involvierten Personen die Personalien auf und die Tatverdächtige mit in das nahegelegene Bundespolizeirevier. Der angegriffene Zugchef klagte über Schmerzen im Bauch und musste seinen Dienst abbrechen. Das Hinzuziehen eines Rettungswagens lehnte er jedoch ab. Da es keinen Ersatz für ihn gab, mussten die circa 100 Reisenden den ICE verlassen. Sie konnten 45 Minuten später durch einen weiteren regulär eingesetzten Schnellzug aufgenommen und Richtung Berlin befördert werden.
Ermittlungsverfahren eingeleitet
Gegen die 35-Jährige wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Betruges, Hausfriedensbruch, Körperverletzung und Sachbeschädigung eingeleitet.

