Goslar

"Fremdenbücher" für das Niedersächsische Landesarchiv


Die Präsidentin des Niedersächsischen Landesarchivs (NLA), Dr. Christine van den Heuvel, erhielt neun Fremdenbücher aus den Händen von Andreas Sikorski, Präsident des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie. Foto: LBGE
Die Präsidentin des Niedersächsischen Landesarchivs (NLA), Dr. Christine van den Heuvel, erhielt neun Fremdenbücher aus den Händen von Andreas Sikorski, Präsident des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie. Foto: LBGE

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21.11.2017

Clausthal-Zellerfeld. Am heutigen Dienstag hat der Präsident des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), Andreas Sikorski, an die Präsidentin des Niedersächsischen Landesarchivs (NLA), Dr. Christine van den Heuvel, im Bergarchiv in Clausthal-Zellerfeld neun "Fremdenbücher" übergeben.


Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine, James Watt, die Brüder Humboldt, Arthur Schopenhauer sowie zahlreiche weitere Geistesgrößen des 18. und 19. Jahrhunderts haben sich in ihnen verewigt: In den „Fremdenbüchern“, den Gästebüchern der Grube Dorothea bei Clausthal-Zellerfeld. Inzwischen sind diese Fremdenbücher historische Quellen von einzigartigem europäischem Rang.

Die insgesamt neun Fremdenbücher der Grube Dorothea sind von 1753 bis zum Ende der Befahrungen der Grube im Jahr 1886 entstanden. Sie zählen zu den „Amtsbüchern“, deren besonderer Charakter von der Bergbehörde schon früh erkannt wurde. Das Niedersächsische Archivgesetz verpflichtet das Niedersächsische Landesarchiv (NLA) dazu, diese schriftlichen Quellen aufzubewahren, zu restaurieren, inhaltlich zu erschließen und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Hintergrund:


Der Harz wurde im Verlauf des 18. Jahrhunderts zu einem der beliebtesten Reiseziele Mitteleuropas. Weit vor der Entstehung des Massentourismus im 20. Jahrhundert galt das Mittelgebirge mit seinen Naturschönheiten, den geologischen Besonderheiten und der Bergbautechnik als besonderer Anziehungspunkt für Studienreisende aus ganz Europa. Neben dem Aufstieg auf den Brocken galt die Befahrung einer der zahlreichen Bergbaugruben als unabdingbares ‚Muss‘ einer jeden Harzreise.

Für die Reisenden lagen, wie auch in vielen anderen Bergwerksregionen, Fremdenbücher bereit, in die sich die Besucher vor und nach der Einfahrt in die Grube eintrugen – und sich nach dem Wiederaufstieg mit Kommentaren, Gedichten und kleinen Zeichnungen verewigten. Durch die Einträge wussten die Bergwerksbetreiber im Falle eines Unglücks, wer sich gerade in der Grube befand.


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