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Fußballerin des Jahres verlässt Wolfsburg

Pernille Harder wechselt vom VfL zum FC Chelsea. Es soll eine Rekordablösesumme geflossen sein.

Pernille Harder verlässt den VfL. Archivbild
Pernille Harder verlässt den VfL. Archivbild Foto: Agentur Hübner/Archiv

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02.09.2020

Wolfsburg. Das mit 1:3 verlorene Champions-League-Finale gegen Olympique Lyon war das letzte Spiel von Pernille Harder im Trikot des VfL Wolfsburg. Die dänische Offensivspielerin, die im Januar 2017 vom schwedischen Klub Linköpings FC zu den VfL-Frauen stieß und noch einen bis zum 30. Juni 2021 datierten Vertrag besaß, wechselt mit sofortiger Wirkung zum aktuellen englischen Meister FC Chelsea. Das berichtet die VfL Wolfsburg-Fußball GmbH in einer Pressemitteilung.


Der Transfer erfolgt gegen Zahlung einer Ablösesumme, über deren Höhe beide Seiten Stillschweigen vereinbart haben. Harder kam für den VfL Wolfsburg insgesamt 75 Mal in der FLYERALARM Frauen Bundesliga (68 Tore), 16 Mal im DFB-Pokal (elf Tore) und 23 Mal in der UEFA Women’s Champions League (25 Tore) zum Einsatz. Die 27-Jährige gewann im grün-weißen Trikot vier Mal in Folge das Double aus Deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal. In den Spielzeiten 2017/2018 und 2019/2020 sicherte sich Harder die Torjägerinnen-Kanone der Frauen-Bundesliga. 2018 wurde sie von der UEFA als Europas Fußballerin des Jahres und erst vor wenigen Tagen als Deutschlands Fußballerin des Jahres 2020 ausgezeichnet.

"Ein neues Kapitel mit neuen Herausforderungen"


„Mein Dank gilt den Verantwortlichen des VfL Wolfsburg, die sich von meinem ersten Tag an hier hervorragend um mich gekümmert haben und die es mir nun ermöglichen, den nächsten Schritt in meiner Karriere zu gehen. Wolfsburg hat sich für mich immer wie ein Zuhause angefühlt“, so Harder. „Ebenso dankbar bin ich meinen Teamkolleginnen und dem gesamten Trainer- und Betreuerteam, schließlich haben sie alle einen großen Anteil daran, dass ich mich als Fußballerin und als Mensch weiterentwickelt habe. Zusammen können wir viele gemeinsame Erfahrungen und Erinnerungen teilen. Nicht zu vergessen der Dank an die VfL-Fans, die mich immer unterstützt haben und die immer für uns da waren. Ich bin sehr stolz darauf, dreieinhalb Jahre Teil des VfL Wolfsburg gewesen zu sein und mit meiner Mannschaft in dieser Zeit so viel erreicht zu haben. Es ist einfach toll, dass ich meinen Traum leben darf, den ich schon als Kind geträumt habe. Nun freue ich mich darauf, ein neues Kapitel mit neuen Herausforderungen in England aufzuschlagen!“

Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen:
„Wir bedanken uns bei Pernille für eine äußerst erfolgreiche Zeit mit großartigen Leistungen im Trikot des VfL Wolfsburg und wünschen ihr alles Gute für ihre neue Herausforderung in England. Pernille ist eine sehr verdiente Spielerin, die trotz diverser Angebote lange im Verein war, sich immer für die Mannschaft eingesetzt hat und mit ihr viele Erfolge gefeiert hat. Dafür sind wir dankbar und das wurde auch in die Wertung einbezogen, als sie bereits vor einigen Wochen mit dem Wunsch auf uns zukam, zum FC Chelsea zu wechseln. Durch den frühen Zeitpunkt konnten wir ihren möglichen Abschied bereits in unseren Kaderplanungen für die Saison 2020/2021 berücksichtigen. Wir haben sehr intensiv sämtliche Aspekte dieses Transfers gegeneinander abgewogen. Letztlich ist dabei die Entscheidung gereift, dem ausdrücklichen Wechselwunsch zu entsprechen und Pernille vorzeitig aus ihrem Vertrag freizugeben. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass wir – ohne Zahlen zu nennen – von einer Rekord-Ablösesumme im Frauenfußball sprechen, Pernille ohnehin nur noch zehn Monate an uns gebunden gewesen wäre und sie das UWCL-Finalturnier für uns gespielt hat, ist dies eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung. Natürlich wissen wir um Pernilles Qualitäten und ihren sportlichen Wert für unser Team. Auf der anderen Seite bin ich mir sicher, dass nun andere Spielerinnen, die ihr Potenzial noch nicht vollends ausgeschöpft haben, in den Fokus rücken werden, sodass wir den in den letzten Jahren eingeschlagenen Weg weitergehen können. Darüber hinaus haben wir die Möglichkeit, unseren Kader – sollten wir im Laufe der ersten Saisonhälfte Handlungsbedarf feststellen – nachzujustieren.“


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