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Garten der Erinnerung: Lösung für einen würdigen Ort gefunden

von Nick Wenkel


Hier soll der Garten der Erinnerung entstehen. Foto: Anke Donner
Hier soll der Garten der Erinnerung entstehen. Foto: Anke Donner Foto: Anke Donner

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21.10.2017

Braunschweig. Einigung über Gestaltungskonzept erzielt: Kulturdezernentin Dr. Anja Hesse hat dem Ausschuss für Wissenschaft und Kultur am Freitag eine nach Gesprächen mit Anwohnerinnen aus dem Roseliesquartier leicht veränderte Planung für den Garten der Erinnerung vorgestellt.


Nachdem sich drei Anwohnerinnen mit der Auswertung ihrer dort durchgeführten Umfrage zu den Planungen zum Garten der Erinnerung an die Verwaltung gewandt hatten, fanden im September und Oktober mehrere Gespräche der Anwohnerinnen mit der Kulturdezernentin statt. Diese dienten einem gemeinsamen Austausch über die Nutzungswünsche der Anwohner einerseits und die konzeptionellen Rahmenbedingungen des geplanten Erinnerungsortes andererseits mit dem Ziel, eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung für den Garten der Erinnerung zu finden.

Verbindung ohne Beeinträchtigung


Dies ist aus Sicht der Gesprächsteilnehmerinnen gelungen. Unter Beibehaltung aller Gestaltungselemente wird die Gartenanlage nun so auf dem vorgesehenen Areal geplant, dass sich das inhaltliche Konzept dieses Informations- und Erinnerungsortes mit den übrigen gewachsenen Nutzungen ohne jede Beeinträchtigung verbinden lässt. Im Wesentlichen sieht die nun gefundene Lösung vor, dass die Zahl der in den Boden eingelassenen Trittsteine reduziert wird, so dass in dem Bereich, wo Kinder Fußball spielen, keine Steine in den Boden eingelassen werden. Gleichwohl bleibt dieser Bereich weiterhin Fläche des Erinnerungsortes, der sich nach Nordosten hin fortsetzt und nördlich des Spielbereiches mit einem weiteren Schlussstein abschließt.

Kulturdezernentin Dr. Anja Hesse sagt dazu:


Dr. Anja Hesse. Foto: S. Nickel



„Ich glaube, wir haben gemeinsam eine sehr gute Lösung gefunden. Der ohne Vorbedingungen erbetene Dialog zwischen den Anwohnerinnen und dem Kulturdezernat war sehr fruchtbar und wurde dadurch möglich, dass von den Anwohnerinnen die vom Rat im September 2016 beschlossene Lage des Gartens der Erinnerung, nämlich an authentischem Ort auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne, nicht mehr in Frage gestellt wurde. Vielmehr wurden Alternativen zur Anordnung der Gestaltungselemente präsentiert, die als Gesprächsgrundlage dienten und gemeinsam weiterentwickelt werden konnten.

Der nun gefundene Weg ermöglicht die Fortschreibung des Ratsbeschlusses, hat aber dennoch die Anregungen der Anwohner weitestmöglich aufgenommen und lässt so einen würdigen Erinnerungsort entstehen, der zugleich von den Kindern zum Spielen genutzt werden kann.“

Mit dem Ergebnis „sehr zufrieden"


Nachdem das Ergebnis der Umfrage der Verwaltung erst kurz vor der Ratssitzung am 22. August zugeleitet worden war, hatte sich die Kulturdezernentin Zeit erbeten, um die vorgebrachten Vorschläge auf ihre Anwendbarkeit auf den bestehenden Planungsrahmen hin sichten zu können.

Zu den Gesprächen und dem erreichten Vorschlag äußerten sich die Anwohnerinnen: „Wir sind Mütter von dort spielenden Kindern und haben uns als solche an unsere Nachbarinnen und Nachbarn im Roseliesquartier gewandt“, sagt Katharina Beckmann, eine der Gesprächsteilnehmerinnen. „Wir wollten nicht in die politische Diskussion einsteigen, sondern direkt mit Frau Dr. Hesse sprechen. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden.“ Meike Ostermeyer: „Es wurde ein tragfähiger Vorschlag gefunden, der dem Konzept des Gartens, eine sich öffnende Perspektive in Richtung Zukunft zu vermitteln, gerecht wird.“

Im nächsten Jahr soll der Garten fertig werden. „Dann können wir endlich auch die Vertreter aus Roselies zur Eröffnung einladen“, so Dr. Anja Hesse.


Entwurf: Stadt Braunschweig Foto:


Hintergrund:


Das Wohnquartier „Roselies“ im Braunschweiger Lindenberg war bis vor wenigen Jahren noch Kasernengelände. Diese Kaserne war nach dem Ort Roselies in Belgien benannt, wo im ersten Weltkrieg Kämpfe stattfanden, an denen auch Braunschweiger Regimenter beteiligt waren. Diesen problematischen historischen Hintergrund soll der Erinnerungsort thematisieren. Dazu hatte die Verwaltung ein Gestaltungskonzept für den „Garten der Erinnerung“ auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne entwickelt, das bereits vom Rat beschlossen wurde. Anwohner hatten in der Folge Bedenken geäußert, weil auf der vorgesehenen Fläche Kinder aus dem Viertel auch Fußball spielen.


In der Ratssitzung am 22. August präsentierte Dr. Dr. Wolfgang Büchs (BIBS) einen Bürger-Vorschlag zum geplanten „Garten der Erinnerung“. Foto:


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