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Gefälligkeitsstudien? Bundesanstalt unter Druck



Wolfenbüttel

Gefälligkeitsstudien? Bundesanstalt unter Druck

von Robert Braumann


Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover soll die Bundesregierung unabhängig beraten. In den letzen Jahren hat das BGR zu vielen kontroversen Themen Studien erstellt. Dabei ging es zum Beispiel um Gorleben, Fracking oder den Klimawandel. Doch die Ergebnisse sollen nach Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" (SZ) unter zweifelhaften Umständen entstanden sein. Symbolfoto: M. Angerstein
Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover soll die Bundesregierung unabhängig beraten. In den letzen Jahren hat das BGR zu vielen kontroversen Themen Studien erstellt. Dabei ging es zum Beispiel um Gorleben, Fracking oder den Klimawandel. Doch die Ergebnisse sollen nach Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" (SZ) unter zweifelhaften Umständen entstanden sein. Symbolfoto: M. Angerstein Foto: Marc Angerstein)

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Wolfenbüttel. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover soll die Bundesregierung unabhängig beraten. In den letzen Jahren hat das BGR zu vielen kontroversen Themen Studien erstellt. Dabei ging es zum Beispiel um Gorleben, Fracking, die Asse oder den Klimawandel. Doch die Ergebnisse sollen nach Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" (SZ) unter zweifelhaften Umständen entstanden sein.

So sollen bereits im Jahr 1982 Unternehmen der Rohstoff-, Energie- und Chemie-Industrie einen Fonds gegründet haben, mit dem Ziel die BGR mitzufinanzieren und verdiente Mitarbeiter finanziell zu entlohnen. Die Stiftung und ihr finanzielles Engagement bei der BGR seien bis heute nicht öffentlich kommuniziert. Den Journalisten würden interne Dokumente vorliegen, die den Schluss nahe legen würden, dass die Stifter mit ihrem finanziellen Engagement Einfluss auf die Arbeit der Bundesanstalt ausüben wollten. Aus regionaler Sicht besonders Interessant, auch zu Gorleben und der Asse erstellte die BGR Gutachten. Die BGR hielt Gorleben zur Lagerung radioaktiven Mülls für geeignet, obwohl man bereits in den 1980 Jahren bei Bohrungen Gasvorkommen entdeckt hatte. Die Konzentration des Gases sei zu gering. Greenpeace hatte diese Aussagen kritisiert und einen Geologen herangezogen, der die Ergebnisse für fehlerhaft erklärte, so der NDR in seinem Bericht. Zudem gab die Bundesanstalt auch eine Einschätzung für die Asse II ab. Zur Sachkompetenz der Wissenschaftler des BGR sagte Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace, bereits 2008: "Die Behörde hat ihre Untauglichkeit für solche brisanten Einschätzungen bereits bewiesen. Sie hielt laut einer dpa-Meldung vom April 1965 schon das inzwischen absaufende Atommülllager Asse II für besonders geeignet, um Atommüll zu lagern." Umweltminister Stefan Wenzel, Grüne, sagte bereits gegenüber dem NDR, dass man die bisherigen Studien und Stellungnahmen der BGR im Lichte der jetzt vorliegenden Erkenntnisse noch einmal zu überprüfen müsse.


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