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Geschichte der DDR – Schüler präsentierten UNESCO-Projektwoche



Goslar

Geschichte der DDR – Schüler präsentierten UNESCO-Projektwoche


Die Schüler brachten das Theaterstück "40 Jahre deutsche Teilung" auf die Bühne. Foto: Adolf-Grimme-Gesamtschule
Die Schüler brachten das Theaterstück "40 Jahre deutsche Teilung" auf die Bühne. Foto: Adolf-Grimme-Gesamtschule Foto: Adolf-Grimme-Schule

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Goslar. Buntes Treiben herrschte am vergangenen Freitag im Forum der Adolf-Grimme-Gesamtschule: Der zehnte Jahrgang präsentierte die Ergebnisse einer Projektwoche zum Thema „Menschenrechtsverletzungen in der DDR“.



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Wir sind das Volk! Foto: Adolf-Grimme-Gesamtschule



In acht Workshops hatten sich die Jugendlichen mit der damaligen politischen Situation aber auch mit allerlei Kuriositäten des DDR-Alltags beschäftigt. Von einem Koch-Exkurs über die Praxis der Musikzensur bis hin zu „Mädchenträumen von Dederon und Niethosen“ reichte die Palette der Themen, die die AGGler zusammen mit ihren Kursleitern anschaulich vermittelten. Ernst wurde es bei der Darstellung der politischen Situation: Kommunismus zwischen Theorie und Praxis wurde ebenso thematisiert wie die Problematik des staatlich verordneten Leistungssport und die Geschichte der Grenzregion – vom menschenverachtenden Todesstreifen zur biotopvernetzenden Lebenslinie. Ein Bild vom Schicksal der politischen Gefangenen machten sich die Workshop-Teilnehmer bei einer Exkursion zum Mauermuseum am Checkpoint Charlie und zum ehemaligen Stasi-Gefängnis in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.


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Agentenaustausch auf der Glienicker Brücke. Foto: Adolf-Grimme-Gesamtschule



Leichtere und sehr beschwingte Kost bot dagegen das Kunstkarussell, das zusammen mit fast 30 Jugendlichen „40 Jahre deutsche Teilung“ auf die Bühne brachte. In einer temperamentvollen Show erlebten die Zuschauer im voll besetzten Forum den kulturellen Werdegang der DDR und der Bundesrepublik von der Nachkriegszeit bis zum Mauerfall. Lebendiger kann Geschichtsunterricht nicht vermittelt werden – darin waren sich Schulleiter Jens Liesenberg und Britta Achtel, Autorin und Regisseurin des Stücks, einig. Auch die geladenen Zeitzeugen, Frau Zierl und Herr Slawitzki, waren von den Darbietungen sichtlich berührt.

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen“



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Udo rockt den Osten! Foto: Adolf-Grimme-Gesamtschule



Ohne eigene Erinnerung - und zum Teil ohne persönlichen Bezug, weil sie als Geflüchtete erst vor wenigen Monaten nach Deutschland kamen – tauchten die Jugendlichen innerhalb von nur vier Tagen Probenzeit tief in die Materie ein. Sie tanzten auf der Bühne Rock'n Roll und das schräge DDR-Konstrukt Lipsi, sie spielten West-Hippies ebenso eindringlich wie Ost-Pioniere und erzeugten beim Publikum Gänsehaut – beim Bau der Mauer und schließlich bei ihrem Fall. Die wichtigsten Szenen der Geschichte wurden durch Original-Filmeinspieler ergänzt: Walter Ulbrichts Fistelstimme „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen“, Willi Brandts Kniefall oder Günter Schabowskis „sofort...unverzüglich“, mit dem er Weltgeschichte schrieb.

Natürlich durfte auch die große Hymne der Wendezeit nicht fehlen: Zum Schluss der gelungenen Veranstaltung intonierten alle Zehntklässler, Lehrer und das Publikum gemeinsam „Wind of Change“ von den Scorpions. Jahrgangsleiterin Andrea Haniak dankte allen Akteuren und besonders den Verantwortlichen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ für die finanzielle Unterstützung.

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Tod des Studenten Benno Ohnesorg. Foto: Adolf-Grimme-Gesamtschule


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