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Gesichter dieser Stadt: Jugendliche begegnen einander


Museumsdirektorin Dr. Heike Pöppelmann führte gemeinsam mit Michael Roos durch die Ausstellung. Foto: Kai Baltzer
Museumsdirektorin Dr. Heike Pöppelmann führte gemeinsam mit Michael Roos durch die Ausstellung. Foto: Kai Baltzer Foto: Kai Baltzer

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01.10.2016

Braunschweig. Im Zentrum der neuen Sonderausstellung im Braunschweigischen Landesmuseum (BLM) "Gesichter dieser Stadt", stehen neun Braunschweiger Jugendliche und fünf junge Flüchtlinge, die sich und Braunschweig im Rahmen des Projektes kennenlernten.


Diese Sonderausstellung ist vom 1. Oktober bis 27. November im Braunschweigischen Landesmuseum zu sehen. Ausgangspunkt hierfür waren gemeinsame Freizeitunternehmungen, die mit Fotografien oder Filmen, selbstgemacht oder vom Profi, dokumentiert wurden. Diese Ausflüge führten beispielsweise zum Bouldern, in den Kunstverein, in das Haus der Kulturen, in das Staatstheater oder auch zu IKEA. Austausch und Verabredungen erfolgten ganz zeitgemäß per Whatsapp.

"Gesichter dieser Stadt" widmet sich dem hochaktuellen Thema der Integration von Flüchtlingen und geht mit dem Projekt einen kleinen Schritt in Richtung Integration der jungen Menschen. Im ersten Teil der Ausstellung stehen einzelne Biographien der Teenager im Fokus: Wer sind diese jungen Menschen? Wie sah ihr bisheriger Lebensweg aus? Wovor flohen sie und weshalb verließen sie ihr Heimatland?

Ein weiteres Kapitel widmet sich den Ursachen sowie der Entwicklung von Flüchtlingsbewegungen seit den 1970er Jahren bis heute. Die Zusammenstellung fokussiert sich auf die Region Naher Osten, den Herkunftsländern der jungen Projektteilnehmer. Abschließend veranschaulicht eine Chronologie die Entwicklung des Projektes, Videobotschaften der jungen Menschen mit Wünschen und Erwartungen bilden das Ende der Sonderausstellung.

Im Ergebnis zeigt sich, alle sind dabei Teil der "großen" Geschichte, ihre Biographien spiegeln die Ereignisse und diese Zäsuren der letzten Jahrzehnte in Deutschland und in Afghanistan beziehungsweise Iran wider.

Beteiligung stand im Mittelpunkt


Die Ausstellung ist ein partizipatives Projekt, das heißt Inhalte, Fotos und Filme sind gemeinsam mit den Jugendlichen erstellt worden. Die Projektkonzeption erfolgte durch Michael Roos (Sozialarbeiter und Historiker) und Michael Skolik (Filmemacher). Beide waren seit Januar ehrenamtlich tätig und haben sich intensiv um die jungen Menschen gekümmert. Edda Meyer ist Kulturanthropologin und hat gemeinsam mit Torsten Poschmann, Museumspädagoge des BLM, das gesamte Material (Inhalte, Objekte, Fotos, Filme) in Absprache mit allen Beteiligten zu einer Ausstellung geformt. Insgesamt ist "Gesichter dieser Stadt" ein experimentelles Projekt für das Braunschweigische Landesmuseum, das junge Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen mit unterschiedlichen Lebenswegen zusammenbrachte und aus dem letztendlich nicht nur die Ausstellung sondern auch Freundschaften entstanden sind.

Die Ausstellung ist zweisprachig, alle Texte sind in Deutsch und in Farsi. Das Projekt wurde durch Kulturanthropologin Edda Meyer, Sozialarbeiter und Historiker Michael Roos, Filmemacher Michael Skolik ,Museumspädagoge Torsten Poschmann und den Übersetzer Herrn Jamshidi begleitet. Das Projekt wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz.


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