Gifhorn. Einer aktuellen Betrugsmasche rund um das Verkaufsportal "Kleinanzeigen" fiel jetzt ein Mann aus Gifhorn zum Opfer. Die Polizei erklärt die Betrugsmethode und warnt vor Online-Kriminalität.
Mit den Vorteilen der digitalen Welt kommen auch Risiken, wie ein aktueller Fall aus dem Landkreis Gifhorn zeigt. Darauf weist die Polizei in einer Pressemitteilung hin. Demnach habe ein 50-Jähriger am Montag eine Nachricht auf seinem Handy erhalten, dass für das Portal "Kleinanzeigen" ein neues Passwort angefordert worden sei. Da er diese Anfrage nicht selbst gestellt hatte, wurde er misstrauisch. Beim Öffnen seines E-Mail-Postfachs war die Nachricht bereits gelöscht.
Täter erhält Zugriff auf Benutzerkonto
Es stellte sich heraus, dass ein unbekannter Täter Zugriff auf das E-Mail-Konto des Mannes erlangt hatte und dadurch auch dessen Benutzerkonto bei "Kleinanzeigen" übernehmen konnte. Der Täter habe darüber zahlreiche Artikel eingestellt, darunter größtenteils Kinderbekleidung, aber auch teure Gegenstände.
Die Polizei teilt mit, dass diese Masche nicht neu sei: Käufer werden auf die Inserate aufmerksam und schöpfen bei einem Konto mit guten Bewertungen kein Misstrauen. Der Geschädigte hatte aufgrund früherer Verkäufe eine positive Bewertungshistorie.
Polizei gibt Sicherheitstipps
Die Täter bitten die Interessenten, die Bezahlung per Überweisung oder über "PayPal Freunde" vorzunehmen, was keinen Käuferschutz bietet. Sobald das Geld überwiesen ist, warten die Käufer vergeblich auf die Ware. Der 50-Jährige konnte sich nicht mehr in sein Konto einloggen, informierte das Portal und erstattete Anzeige bei der Polizei. Die Ermittlungen dauern an.
Die Polizei rät, für jedes Online-Konto ein eigenes, sicheres Passwort zu verwenden und die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren. Bei unerwarteten Sicherheitsmeldungen oder Passwortanfragen sollte man besonders vorsichtig sein und keine Links aus verdächtigen E-Mails oder SMS anklicken. Bei Online-Käufen empfiehlt es sich, Zahlungsmethoden mit Käuferschutz zu nutzen. Bei Verdacht sollten Passwörter umgehend geändert, Plattformbetreiber informiert und Anzeige erstattet werden.

