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Wolfsburg: VW-Werk ab nächster Woche in Kurzarbeit



Erneuter Halbleitermangel: VW-Werk ab nächster Woche in Kurzarbeit

Die Verknappung der Halbleiterkapazitäten sorgt in vielen Bereichen für Engpässe in der Produktion. Die Folge seien branchenweit Anpassungen in der Autoproduktion.

von Julia Fricke


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: regionalHeute.de

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Wolfsburg. In der kommenden Woche werden die Mitarbeitenden des Stammwerkes von VW in Wolfsburg abermals teilweise in Kurzarbeit geschickt. Grund dafür ist ein Chipmangel. Betroffen von der Kurzarbeit sind die Fertigungen der Modelle Tiguan, Touran und Tarraco sowie die Golf-Fertigung in Spät- und Nachtschicht. Die Frühschicht der Golf-Fertigung produziert weiter. Auch an anderen Standorten wird die Situation geprüft. Noch seien jedoch keine Entscheidungen gefallen, wie Volkswagen auf Anfrage von regionalHeute.de berichtet.



Die Verknappung von Halbleiterkapazitäten sorge in vielen Bereichen, unter anderem auch bei der Unterhaltungselektronik und Computern für Engpässe in der Produktion. Durch die steigende Nachfrage bei Consumer-Electronics (unter anderem wegen Home-Office-Regelungen) einerseits sowie aufgrund der sich weiter erholenden Automärkte andererseits sei es seit dem Jahreswechsel auch zu Versorgungsengpässen in der Automobilindustrie gekommen. Die Folge seien branchenweit Anpassungen in der Autoproduktion, so Volkswagen weiter.

Das "Gehirn" des Autos fehlt



Doch wieso sind die Halbleiter für die Produktion so wichtig? Sie finden ihren Einsatz in der Automobilindustrie hauptsächlich in komplexen Steuergeräten. Somit stellen die Mikroprozessoren oder Mikrocontroller "das Gehirn" des Autos dar und sind zuständig für Steuerungsfunktionen für Fahrerassistenzsysteme, Connectivity-Dienste sowie Entertainment-Funktionen.

In den vergangenen Monaten habe eine geschaffene Taskforce des Volkswagen Konzerns mit Hochdruck daran gearbeitet, die Auswirkungen des weltweiten Halbleiter-Engpasses auf die Produkte im Konzern zu minimieren. So sei es trotz der angespannten Lage bisher nur zu vereinzelten Ausfalltagen in verschiedenen Werken des Volkswagen Konzerns gekommen.

Lage bleibt angespannt



Derzeit geht der Konzern nicht davon aus, dass sich die Versorgung mit Chips in den kommenden Monaten entspannen wird. Dennoch könnte der Tiefpunkt der Versorgungskrise erreicht werden. Dass es zu weiteren Produktionsanpassungen kommen wird, sei dabei jedoch nicht auszuschließen. "Wir erwarten aber im 2. Halbjahr für die Halbleiterversorgung eine Verbesserung", so Unternehmenssprecher Andreas Hoffbauer.

In Abhängigkeit der neuen Versorgungslage werde der Volkswagen Konzern alles daransetzen, die dadurch nicht gebauten Fahrzeuge im Jahresverlauf weitestgehend aufzuholen. Oberste Priorität habe dabei die Abarbeitung des hohen Auftragsbestandes.

Bereits Anfang des Jahres ist es aufgrund von Halbleiter-Engpässen zu Kurzarbeit im Werk in Braunschweig gekommen.


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