Gifhorn. Der traditionelle Jahresrückblick der Kreis- und Stadtarchäologie Gifhorn richtet das Augenmerk wieder auf die archäologischen Aktivitäten und Neuentdeckungen der vergangenen Monate.
Auch im zurückliegenden Jahr war die Archäologie wieder bei verschiedenen Baumaßnahmen in der Stadt und im Landkreis Gifhorn gefragt. So wurden bei den Bauarbeiten für die Umgestaltung der Dorfmitte in Ehra-Lessien zwei Brunnen näher untersucht. Die archäologischen Funde und die naturwissenschaftliche Datierung der Brunnenhölzer führen zurück in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts. Weiterhin wird über archäologische Untersuchungen in Steinhorst und in Müden (Aller) berichtet.
Eine „archäologische Wundertüte“
Die erste Jahreshälfte war darüber hinaus durch die Vorbereitungen für die Ausstellung „SteinZeit“ geprägt, die vom 10. Mai bis zum 22. Juni im Kavalierhaus in Gifhorn zu sehen war. Die Ausstellung gab einen Einblick in die Sammlung des 2022 verstorbenen Hobbyarchäologen Peter Deecke aus Braunschweig, der rund 40.000 Fundstücke von mehr als 130 Fundstellen aus dem Landkreis zusammengetragen hat. Bei der Sichtung der Funde kam so manche Überraschung zum Vorschein – und dabei keineswegs nur Steinzeitliches. Im September wurde zudem mit dem „Tag des offenen Schlosses“ das 500-jährige Jubiläum des Gifhorner Schlosses gefeiert. Anlässlich des Geburtstages wurden alte Unterlagen und archäologischen Funde aus dem Schlossbereich noch einmal genauer unter die Lupe genommen – mit zum Teil erstaunlichen Ergebnissen.
Eine „archäologische Wundertüte“ sind wie in jedem Jahr die Neufunde, die zufällig bei Erdarbeiten oder mehr oder weniger gezielt durch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der Kreis- und Stadtarchäologie entdeckt werden. Hierzu gehörten 2025 unter anderem mehrere frühmittelalterliche Scheibenfibeln, eine Löwenfibel des 10./11. Jahrhunderts und ein Spielwürfel aus Blei, der vermutlich aus dem 16./17. Jahrhundert stammt. Besonders rätselhaft sind mehrere durchlochte Stein-Anhänger, über deren Datierung und Funktion nur spekuliert werden kann.
Vortrag im Schloss
Passend zum Thema findet am 13. Januar um 19 Uhr im Rittersaal des Gifhorner Schlosses eine Veranstaltung statt. statt. Der Vortrag wird auch im Internet übertragen. Der Eintritt zu der Veranstaltung, die von der Kreis- und Stadtarchäologie Gifhorn in Zusammenarbeit mit der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft im Museums- und Heimatvereins Gifhorn e. V. organisiert wird, ist wie immer frei. Zugangsdaten für eine Online- Teilnahme (Zoom) finden sich auf der Internetseite des Landkreises und auf der Seite des Museums- und Heimatvereins Gifhorn e. V.. Der letzte Vortrag der Veranstaltungsreihe findet am 10. Februar 2026 im Hotel „Zur Linde“ in Hankensbüttel statt.

