Wesendorf. Im Rahmen des Forschungsprojekts DEEP (Deep Electromagnetic ExPloration) führt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) vom 01. bis 05. September geophysikalische Untersuchungen am Salzstock Wesendorf durch. Ziel sei es, neue Anwendungsfelder für ein speziell entwickeltes elektromagnetisches Messverfahren zu erschließen, das ursprünglich für die Rohstoffexploration konzipiert wurde.
Die Erkundungen würden hubschraubergestützt erfolgen. Vom Flugplatz Hildesheim starte der Hubschrauber der BGR mit einer hochempfindlichen Messsonde. Die Sonde werde dabei in einer Höhe von 50 bis 70 Metern über dem Boden an einem Seil mitgeführt. Es seien zwei Messflüge geplant. Das Verfahren kombiniere geerdete Stromkabel am Boden (Dipolsender) mit Magnetfeldsensoren in der fliegenden Sonde. Mithilfe dieses sogenannten semi-airborne Elektromagnetik-Verfahrens würden sich präzise Aussagen zur elektrischen Leitfähigkeit geologischer Strukturen treffen lassen – ein Schlüssel zur Erkundung unterirdischer Salzformationen und zur Bewertung des Grundwasserraums.
Das ist das Ziel
Die aktuelle Messkampagne baue auf bereits im Jahr 2024 durchgeführte bodengestützte Messungen auf und stelle einen wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung der Methodik für neue geowissenschaftliche Fragestellungen dar. Das Forschungsprojekt DEEP verfolge das Ziel, das geophysikalische Erkundungsverfahren für unterschiedliche Einsatzbereiche weiterzuentwickeln und so neue Perspektiven für Wissenschaft und Praxis zu eröffnen. Die wissenschaftlichen Untersuchungen stehen laut BGR in keinem Zusammenhang mit dem Auswahlverfahren für einen Endlagerstandort für hochradioaktive Abfälle.