KiTa „Abrahams Kinder“ startet im Sommer


Die neue Kita startet am 1. August mit einer altersübergreifenden Gruppe. Symbolbild: pixabay
Die neue Kita startet am 1. August mit einer altersübergreifenden Gruppe. Symbolbild: pixabay Foto: pixabay

Gifhorn. Die Kindertagesstätte „Abrahams Kinder“ startet zum 1. August. Wie die Pressestelle der Stadt heute in einer Pressemitteilung berichtet, haben die Mitglieder des Komitees der Einrichtung dies am gestrigen Dienstag einstimmig beschlossen.


„Wir freuen uns sehr, dass sich die Anmeldesituation so gut entwickelt hat, dass wir nun starten können“, sagt Martin Wrasmann, Vorsitzender des Komitees. Ähnlich urteilt auch Yurtsever Rayman, der stellvertretende Komitee-Vorsitzende: „Dies ist eine gute Nachricht für unsere Stadt und für das religiöse und kulturelle Miteinander hier in Gifhorn.“

15 Kinder wurden für „Abrahams Kinder“ angemeldet, sie stammen fast zu gleichen Teilen aus muslimischen und christlichen Familien. Die Einrichtung startet nach Informationen der Stadtverwaltung mit einer ersten altersübergreifenden Gruppe, in der die Kinder zwischen dem ersten und sechsten Lebensjahr betreut werden. Ihren Platz findet die neue Gruppe in dem ehemals vom „Gifhörnchen“ genutzten Haus im Sonnenweg. In einer Kooperationsvereinbarung haben die muslimische DITIB-Moschee in Gifhorn, die katholische St. Altfrid- Gemeinde und die evangelische Dachstiftung Diakonie mit ihrer Gesellschaft „Stephansstift Kindertagesstätten und Familienzentren“ (SKF) die Zielsetzung und Arbeitsweise dieser bundesweit einmaligen Einrichtung beschrieben.

Religiösen Toleranz im Fokus


„Im Zentrum steht die Idee der religiösen Toleranz, die ein Mensch nicht früh genug in seinem Leben kennen lernen kann“, sagt Barbara Rädel, zuständige Geschäftsführerin in der Dachstiftung Diakonie. Deshalb wird in der neuen Einrichtung auch auf religiöse Bedürfnisse Rücksicht genommen. Praktisch bedeutet das, dass die Kinder und Erziehungskräfte sich beispielsweise damit beschäftigen, warum die einen Weihnachten, Ostern oder Ramadan feiern – und die anderen eben nicht. „Muslimische Eltern haben grundsätzlich keine Vorbehalte gegenüber den vorhandenen Kindertagesstätten, aber viele wünschen sich doch eine religiöse Sensibilität für die Riten und Inhalte der Religion. Das ist in der neuen Einrichtung durch das Konzept der positiven Toleranz gegeben“, versichert Wrasmann.

Auch Bürgermeister Matthias Nerlich freut sich, dass sich nun genügend Eltern dazu entschlossen haben, ihre Kinder in „Abrahams Kinder“ anzumelden. „Mir ist ein gutes Miteinander der Menschen aus verschiedenen kulturellen und religiösen Prägungen ein Herzensanliegen“, bekräftigte der Bürgermeister. „Demokratie und Toleranz gehören zu den wichtigsten gesellschaftlichen Zielen, die Deutschland in seiner leidvollen Geschichte errungen hat. Abrahams Kinder zeigt, dass genau sie uns auch für die Zukunft unserer Kinder wichtig sind“, so Nerlich weiter.


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