Ehra-Lessien. In Niedersachsen nimmt die Population von Wölfen immer weiter zu, so auch in der Region. Während sich die einen über die Rückkehr des einst heimischen Wildtieres freuen, sorgt die Entwicklung bei anderen für Unbehagen. Im Rahmen eines Forschungsprojektes wurde nun ein Wolfswelpe in Ehra-Lessien mit einem Sender ausgestattet.
Am vergangenen Freitag tappte eine junge Wölfin in die Falle des Wolfsbüros des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Das Wolfsbüro war vom Niedersächsischen Umweltministerium zur Durchführung des Forschungsprojektes beauftragt worden. Bei dem Projekt werden wild lebende Wölfe mit Sendern ausgestattet, wodurch das bestehende standardisierte Monitoring von Wölfen durch eine Individualüberwachung mittels Satellitentelemetrie erweitert wird. Zu diesem Zweck werden zertifizierte Fußhaltefallen ausgelegt, die im Boden stabil verankert werden. In eine solche Falle geriet am Wochenende das Jungtier in Ehra-Lessien.
So läuft die Besenderung ab
Durch den Einsatz von Fallensendern und Wildtierkameras bekommt das Einsatzteam bei einem Fang eine Meldung und das gefangene Tier wird innerhalb kurzer Zeit narkotisiert. Nach Eintreten der Narkose wird das Tier aus der Falle befreit, untersucht, vermessen und der Halsbandsender angelegt. Anschließend wird das Tier wieder in die Natur entlassen, wie Matthias Eichler, stellvertretender Pressesprecher des Umweltministeriums, auf Anfrage von regionalHeute.de erklärt. Der nun angebrachte Sender funktioniere und liefere Daten. Das Tier halte sich, wie zu erwarten, weiterhin in dem Streifgebiet des Territoriums Ehra-Lessien auf. Insgesamt seien im Rahmen des Projekts bisher vier Wölfe besendert worden: ein Tier im Jahr 2023, zwei Tiere im Jahr 2024 und bisher ein Tier im aktuellen Jahr.
Das soll erforscht werden
Durch die Telemetrie würden detaillierte Informationen über das Raum-Zeit-Verhalten der einzelnen Tiere gewonnen. Untersucht würden unter anderem die Größen der Streifgebiete, die Habitatnutzung sowie Aktivität und Wanderbewegungen. Diese Daten würden helfen, die Ausbreitung der Wolfspopulation und deren Verhalten besser zu verstehen. Verlässliche Monitoringdaten bilden demnach die Grundlage für ein funktionierendes Wolfsmanagement. Die gewonnenen Erkenntnisse würden zur Optimierung von Schutzmaßnahmen und der Erkennung geeigneter Lebensräume ebenso beitragen wie zum regionalen Konfliktmanagement und zur Untersuchung effektiver regionsspezifischer Herdenschutzmaßnahmen.

