Hannover/Gifhorn. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) erteilte Vermillion Energy Germany GmbH & Co. KG die Erlaubnis, im Landkreis Gifhorn nach Kohlenwasserstoffen - also nach Erdöl und Erdgas - zu suchen.
Das ist der erste Schritt in einem Verfahren zur Förderung von Erdöl- und Erdgasvorkommen. Dafür startet das Unternehmen in der Regel ein umfassendes Rechercheprogramm. Dazu gehören zum Beispiel das Sammeln bereits bestehender Bohrdaten oder von Gesteinsproben. Oft werden geowissenschaftliche Daten über den Untergrund eingekauft und analysiert. Technische Maßnahmen, wie zum Beispiel Bohrungen, sind in dieser Erlaubnis nicht enthalten.
Für diese Untersuchungen hat sich Vermillion Energie für die nächsten fünf Jahre das alleinige Recht gesichert.
Wie geht es weiter?
Fällt eine solche Recherche positiv aus, kann das Unternehmen in einem zweiten Schritt Betriebspläne für technische Erkundungsmaßnahmen wie seismische Untersuchungen oder Bohrungen beim LBEG einreichen. Das beinhaltet jedoch auch noch keine Förderung eventueller Vorkommen. Über diese Betriebspläne entscheidet das LBEG dann als Bergbaubehörde auf der Grundlage des Bundesberggesetzes und des Verwaltungsverfahrensgesetzes. Dabei werden die betroffenen Gemeinden als Planungsträger und die in ihrem Aufgabenbereich berührten Behörden selbstverständlich beteiligt. Auch Umweltbelange wie zum Beispiel Wasserrecht, Naturschutzrecht und Immissionsschutzrecht fließen in eine solche Entscheidung ein.
Was sagt die Bürgerinitiative Arbeitskreis (AK) Fracking?
Wie Volker Fritz, Sprecher des AK Fracking, erläutert, bestehe das aktuelle Hauptproblem darin, dass noch nicht bekannt sei, in welche Richtung Vermillion überhaupt gehen wolle. "Vom sogenannten "Lazerusverfahren", wo in fast erschöpften Ölvorhaben mit Wasser und Kohlendioxid ein Druck erzeugt wird, über Voidage Replacement, bei der unterirdisch abgelenkte Bohrungen und Lagerstätten durch Flüssigkeiten optimiert werden, bis hin zur Fracking-Technologie im Sandstein; die bei einer eventuellen Förderung genutzte Technik ist völlig offen", beschreibt Fritz die Situation. Und alle diese Verfahren werden von der Bürgerinitiative kritisch gesehen. "Bei all diesen Methoden zur Kohlenwasserstoffförderung existieren Gefahren für das trinkbare Grundwasser und über Emissionen auch direkt für die Anwohner."
Was sagt Vermillion Energie zu ihren Plänen?
Auf Anfrage von regionalHeute.de haben wir bisher noch keine Stellungnahme erhalten.

