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Turbo ausgebremst: Kaum noch Erstimpfungen im Gifhorner Impfzentrum möglich



Turbo ausgebremst: Kaum noch Erstimpfungen im Gifhorner Impfzentrum möglich

Das Land bildet momentan Rücklagen bei den Beständen von BioNTech/Pfitzer und Moderna. Diese Vakzine werden nur noch für Zweitimpfungen ausgeliefert.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Rudolf Karliczek

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Gifhorn. Nach Mitteilung des Landes Niedersachsen vom Dienstag erhalten die Impfzentren in Niedersachsen die Impfstoffe von BioNTech/Pfitzer und Moderna in den kommenden Wochen ausschließlich nur noch für Zweitimpfungen. Der Grund hierfür: Das Land bildet momentan Rücklagen bei den Beständen von BioNTech/Pfitzer und Moderna, um auch im Juni alle dann anstehenden Zweitimpfungen sicher beliefern zu können. Somit bekommt der Landkreis Gifhorn mindestens bis einschließlich bis zur übernächsten Woche lediglich die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson&Johnson für Erstimpfungen zugeliefert und das auch nur in sehr geringen Mengen. Das berichtet der Landkreis Gifhorn in einer Pressemitteilung.



Da jedoch genau diese beiden Impfstoffe im Impfzentrum nur an Über-60-Jährige verimpft werden dürften, könne ein Großteil der derzeit impfberechtigten Bevölkerung in den nächsten drei Wochen kein Impfangebot für eine Erstimpfung erhalten. „Ich bedauere diese Entwicklung außerordentlich. Meine Forderung an das Land: Stellen Sie uns schnellstmöglich den dringend benötigten Impfstoff für Erstimpfungen zur Verfügung“, so Landrat Dr. Andreas Ebel. Damit die Impfkampagne auch in den weiterführenden Schulen sowie bei den Feuerwehren trotzdem weitergehen könne, würden dort alle Personen, die 60 Jahre oder älter sind, ein kurzfristiges Angebot für eine Impfung mit AstraZeneca erhalten.

Magdeburg verweigert die Zweitimpfung


Aktuell sei noch ein weiteres Problem aufgetreten: So hatte die Landeshauptstadt Magdeburg für eine kurze Zeit im April dazu aufgerufen, dass sich auch Personen aus anderen Bundesländern dort für eine Impfung anmelden können. Auch Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Gifhorn haben davon Gebrauch gemacht. In einem Schreiben wurde den Betroffenen nun mitgeteilt, dass die Zweitimpfung nicht mehr durch das Impfzentrum Magdeburg durchgeführt werden kann und dass sich diese Personen an ihr lokales Impfzentrum wenden sollen. Diese Verfahrensweise ist aus Sicht der Landkreises Gifhorn mehr als unglücklich, da den Impfzentren im Land Niedersachsen kein zusätzlicher Impfstoff für Menschen mit einer Magdeburger Erstimpfung zur Verfügung gestellt wird.


Der Landkreis Gifhorn hat sich dennoch zum Ziel gesetzt, allen Personen, die im Impfzentrum Magdeburg ihre erste Impfung mit AstraZeneca erhalten haben und im Landkreis Gifhorn wohnen, eine Zweitimpfung anbieten. „Wir werden alles daransetzen, um unsere Bürgerinnen und Bürger nicht im Regen stehen zu lassen und ihnen die Zweitimpfung in unserem Impfzentrum zu ermöglichen“, so Landrat Dr. Andreas Ebel. Das Bürgertelefon nimmt unter der Telefonnummer 0800 8282444 alle notwendigen Daten hierfür auf und leitet sie an das Impfzentrum weiter. Wie der dafür eingesetzte Impfstoff nun wieder kompensiert werden kann, stimmt der Landkreis Gifhorn aktuell mit dem Land Niedersachsen ab. Denn im Ergebnis dürfe es dadurch nicht weniger Angebote für Erstimpfungen geben.

AstraZeneca für Junge nur noch beim Arzt


Die Ständige Impfkommission (STIKO) habe zudem empfohlen, den Impfstoff der Firma Johnson & Johnson ebenso wie AstraZeneca, nur noch für Personen, die 60 Jahre oder älter sind, zu verabreichen. Nach Weisung des Landes dürfe dieser Impfstoff in den Impfzentren daher ab sofort nur noch an Personen ab 60 Jahre verimpft werden. Der Zusatz, dass die Verimpfung nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz auch bei jüngeren Impfwilligen möglich sei, gelte in Niedersachsen nicht für Impfungen im Impfzentrum, sondern nur bei Impfungen durch die niedergelassenen Ärzte. Die Folge sei, dass alle Termine im Impfzentrum Gifhorn am 17. Mai für diesen Impfstoff für Personen unter 60 Jahren storniert werden müssen. Das Procedere hierbei erfolgt zentral durch das Land Niedersachen, welches sich ebenfalls schnellstmöglich um einen Ersatztermin bemühen wird. Aufgrund des mangelnden Impfstoffes für Erstimpfungen von Moderna und BioNTech kann dies allerdings ein paar Wochen dauern. Das Impfzentrum Gifhorn kann für diesen Personenkreis keinen direkten Ausweichtermin anbieten.


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