Übler Betrug vor der Haustür: Rentner um tausende Euro gebracht

Ältere Menschen werden häufig Opfer von Betrugsmaschen. Besonders im Frühling wird zu einem gemeinen Trick gegriffen.

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Symbolfoto. | Foto: Pixabay

Gifhorn. Mit dem Frühlingsbeginn sprießen nicht nur Blumen und Sträucher, sondern auch Unkraut – insbesondere Moose im Rasen. Während diese Gartenarbeiten für viele jüngere Menschen keine Herausforderung darstellen, stoßen ältere Personen oft an ihre körperlichen Grenzen. Hilfe ist erforderlich – doch genau hier setzen Betrüger an.



Ein 86-jähriger Rentner aus Gifhorn wurde Opfer einer bekannten Betrugsmasche. Nachdem er einen Flyer in seinem Briefkasten gefunden hatte, kontaktierte er eine vermeintliche Gartenbaufirma. Kurz darauf erschienen mehrere Männer auf seinem Grundstück. Während der Senior noch mit dem angeblichen Firmenchef über die auszuführenden Arbeiten sprach, begannen die Arbeiter bereits mit dem Vertikutieren des Rasens.

Betrug am Gartenzaun: Anzahlung gefordert


Dann die Überraschung: Der „Chef“ dieser Firma setzte einen Preis von mehreren tausend Euro an – ein Betrag, der weit über den üblichen Kosten für solche Arbeiten lag. In der Realität liegen diese oft nur bei 10 bis 20 Euro pro Mahd, wie unter anderem das Portal "Rasen Expert" berichtet. Der Rentner fühlte sich "überrumpelt", wie die Polizei in einer Pressemitteilung erklärt. Die Arbeiten wurden nicht abgeschlossen, stattdessen forderten die Männer eine „Anzahlung“. Unter Druck und eingeschüchtert übergab der Senior in drei Teilbeträgen fast 5.000 Euro. Sogar Schmuck wurde wohl als Zahlungsmittel angeboten. Die schriftliche Auftragsbestätigung sei nachträglich manipuliert worden. Nach der Geldübergabe verließen die Männer das Grundstück – und kehrten nicht zurück. Der Mann verständigte die Polizei.

Betrugsmasche mit System


Die Methode ist nicht neu: Betrüger bieten spontane Handwerkerleistungen an, insbesondere Garten-, Dach- oder Pflasterarbeiten. Durch das sofortige Beginnen einer Tätigkeit entsteht ein Gefühl der Verbindlichkeit. Doch in den meisten Fällen werden die Arbeiten nicht vollendet – stattdessen wird Druck ausgeübt, um hohe Summen zu kassieren.

Polizei warnt vor unseriösen Angeboten


Die Polizei rät in einer Pressemitteilung zu Vorsicht und gibt diese folgenden Empfehlungen:

> Keine Geschäfte an der Haustür abschließen – beauftragen Sie nur seriöse Anbieter, die Sie selbst ausgewählt haben.

> Sich nicht unter Druck setzen lassen – seriöse Unternehmen drängen nicht auf sofortige Entscheidungen.

> Nachweise einfordern – ein Gewerbeschein oder eine offizielle Rechnung sind ein Muss.

> Erst nach vollständiger Leistung zahlen – Vorauszahlungen sind ein Risiko.

> Vertrauenspersonen hinzuziehen – Nachbarn oder Familie können helfen, unseriöse Angebote zu erkennen.

> Bei Verdacht umgehend die Polizei informieren.

Der Fall aus Gifhorn zeigt: Betrüger nutzen gezielt Unsicherheiten älterer Menschen aus. Wer ein verdächtiges Angebot erhält oder bereits Opfer geworden ist, sollte nicht zögern, sich an die Behörden zu wenden.

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