Weltweite Krise ist in Gifhorn angekommen

Immer mehr Menschen benötigen Beratung und staatliche finanzielle Unterstützung.

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Symbolfoto. | Foto: Pixabay

Gifhorn. Immer mehr Menschen informieren sich in der Sozialberatungsstelle des Sozialverband Deutschland (SoVD) in Gifhorn über mögliche staatliche Unterstützung. Die Auswirkungen der unzähligen Krisenherde in der Welt treffen auch unsere Region und führen bei vielen Bürgern zu finanziellen Engpässen. Das berichtet der SoVD in einer Pressemitteilung.



„Und das sind mittlerweile nicht nur Rentner, Bürgergeldempfänger, Alleinerziehende oder finanzschwache Familien. Mittlerweile steigt die Anzahl derer, die sich bisher dem Mittelstand zugeordnet haben, die sich beim SoVD informieren. Auch diese gesellschaftliche Gruppe fürchtet, ihre Rechnungen und Fixkosten nicht mehr bezahlen zu können“, berichtet Christine Scholz aus ihrem Beratungsalltag beim SoVD.

"Wo bleibt der normale Bürger?“


„Die Konzentration der Politik angesichts der Probleme fokussiert sich leider in erster Linie auf die Wirtschaft, doch wo bleibt der normale Bürger?“, fragt Scholz und ergänzt, „hier ist tatsächlich der Mittelstand betroffen, der sozialrechtlich ja ansonsten komplett durch das Raster fällt“. Sprit, Gas und Heizöl haben mittlerweile preisliche Dimensionen erreicht, die nicht nur Alleinerziehende oder Rentner, sondern gerade auch den Mittelstand vor immense finanzielle Herausforderungen stellt. Das gilt zwar besonders für Teilzeit- oder Minijobber in prekären Beschäftigungsverhältnissen, die bisher knapp über die Runden gekommen sind, nun aber existenzielle Probleme bekommen.

Gleichwohl betrifft es aber zunehmend auch Menschen, die sich bislang über die Lebenshaltungskosten weniger Gedanken machen mussten. Selbst Personen, die in Vollzeit beschäftigt sind, kommen derzeit deutlich an die Grenzen des finanziell machbaren.

Beispiele aus dem Beratungsalltag


Scholz nennt konkrete Beispiele aus ihrem Beratungsalltag. „Bei den Personen, die nicht zu den Spitzenverdienern zählen, geht die Preiserhöhung beim Tanken somit direkt ins Kontor“, sagt Scholz, „und die Pendlerpauschale zu erhöhen hilft in der jetzigen Situation überhaupt nicht, denn das greift ja erst bei der nächsten Steuererklärung 2027“. Chronisch Kranke mit regelmäßig zwingend notwendigen Terminen trifft das ebenso wie Hausbesitzer mit Öl- oder Gasheizungen, die nicht mal eben so zigtausend Euro für eine alternative Heizungsanlage aufbringen können.

Scholz ist sauer: „Dass die Politik hier gerade Vogel-Strauß-Politik betreibt, ist nicht akzeptabel. Was hilft es, wenn der Sprit nur noch einmal pro Tag erhöht werden darf? Wo ist denn da bitte die Entlastung, wenn die Steigerung nur noch einmal am Tag 10 bis 15 Cent pro Liter beträgt?“, schimpft die erfahrene Sozialberaterin, „hier geht die Politik mal wieder komplett am realen Leben der Bürger vorbei. Das muss
zwingend korrigiert werden“!

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