Washington. Die US-Regierung verleiht dem von Bayer vertriebenen Unkrautvernichter Glyphosat einen Sonderstatus. US-Präsident Donald Trump hat die Produktion und den dafür notwendigen Abbau des Minerals Phosphat durch Bayer in den "Defense Production Act" (DPA) aufgenommen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf US-Industriekreise. Das Weiße Haus bestätigte am Mittwochabend, dass Trump eine entsprechende Verordnung unterzeichnet hat.
Damit wird die Glyphosat-Verfügbarkeit als unverzichtbar für die Sicherheit und Unabhängigkeit der USA eingestuft - in Fragen der Ernährung, Industrie und Verteidigung. Der DPA ist ein seit 1950 geltendes Gesetz, mit dem die USA in Krisenzeiten ihre Ressourcen schützen wollen.
Die US-Regierung will damit die Versorgung mit dem Unkrautvernichter sicherstellen. Sie kann den deutschen Konzern künftig verpflichten, mit der Herstellung des Pflanzenschutzmittels vorrangig nationale Bestände zu sichern und die Produktion auszubauen. Im Gegenzug werden Bayer größtmögliche Unterstützung und Schutz für die Produktion zugesichert - teils auch in Fragen der Produkthaftung.
Die Aufnahme in den DPA kann für Bayer ein weiterer entscheidender Schritt werden, um die Klage-Risiken von Glyphosat-Nutzern in den USA in den Griff zu bekommen - und zwar in Kombination mit dem gerade vereinbarten Vergleich mit den Klägeranwälten und einem ausstehenden Urteil des obersten US-Gerichts.
Glyphosat-Produktion erhält Schutzstatus der US-Regierung
Die US-Regierung verleiht dem von Bayer vertriebenen Unkrautvernichter Glyphosat einen Sonderstatus.
Weißes Haus (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

