Kleine Umweltschützer in Goslar: Kita startet Taschenaschenbecher-Projekt

Ziel ist es, die Zahl weggeworfener Zigarettenkippen im öffentlichen Raum zu verringern und eine einfache Möglichkeit zur umweltgerechten Entsorgung anzubieten.

Es kann losgehen: Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner (vorne sitzend) hat die Taschenaschenbecher offiziell an die Kinder der Kindertagesstätte Kunterbunt und ihre Leiterin Birgit Kubitza (hinten li.) zur weiteren Verteilung übergeben.
Es kann losgehen: Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner (vorne sitzend) hat die Taschenaschenbecher offiziell an die Kinder der Kindertagesstätte Kunterbunt und ihre Leiterin Birgit Kubitza (hinten li.) zur weiteren Verteilung übergeben. | Foto: Stadt Goslar

Goslar. Was im Juli des letzten Jahres unter dem Motto „Kleine ganz groß in Goslar“ mit einer Bitte von Kita-Kindern an Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner begann, wird nun umgesetzt: Die Stadt Goslar unterstützt die Kindertagesstätte (Kita) Kunterbunt bei der Aktion „Aschenbecher to go“ und stellt dafür Taschenaschenbecher zur Verfügung, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt am heutigen Dienstag.



Ziel sei es, die Zahl weggeworfener Zigarettenkippen im öffentlichen Raum zu verringern und eine einfache Möglichkeit zur umweltgerechten Entsorgung anzubieten. Oberbürgermeisterin Schwerdtner übergab die Taschenaschenbecher dafür kürzlich an die Kita. Die Kinder verteilen diese nun gemeinsam mit der Leiterin der Kindertagesstätte Kunterbunt, Birgit Kubitza, und dem pädagogischen Team. „Kinder nehmen sehr genau wahr, was in ihrer Umgebung passiert. Dass sie sich nicht damit abfinden, sondern selbst Ideen entwickeln und Verantwortung übernehmen wollen, ist ein starkes Zeichen. Solches Engagement unterstützen wir als Stadt sehr gern“, betont die Oberbürgermeisterin. Die Aktion leistet damit nicht nur einen Beitrag zum Umweltschutz, sondern setzt zugleich ein Zeichen für frühe Mitbestimmung und gelebte Demokratie: Die Initiative stammt direkt von den Kindern, die Stadt Goslar begleitet die Umsetzung unterstützend. Die Stadt Goslar bedankt sich bei der Kindertagesstätte Kunterbunt für das Engagement und hofft auf breite Unterstützung in der Bevölkerung.

„Die Erwachsenen schmeißen alles achtlos weg"


Auslöser für die Initiative war eine Müllsammelaktion, bei der die Kinder besonders viele Zigarettenkippen fanden – unter Parkbänken, am Wasser der Abzucht und sogar vor der eigenen Einrichtung. Im Begleitschreiben zur Aktion der Kita heißt es unter anderem: „Die Erwachsenen schmeißen alles achtlos weg – und wir Kinder müssen es aufsammeln. Vielleicht haben die Erwachsenen vergessen, dass man das nicht macht, und wir müssen sie daran erinnern.“

Kippen verursachen hohe Reinigungskosten


Zigarettenkippen zählen zu den häufigsten Abfällen im öffentlichen Raum und verursachen hohe Reinigungskosten. Städte und Gemeinden in Deutschland zahlen laut dem Ergebnis einer Studie des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) vom August 2022 jährlich rund 700 Millionen Euro für die Reinigung von Parks und Straßen von Einwegverpackungen und -produkten. Allein etwa 225 Millionen Euro entfallen dabei auf die Entsorgung von Zigarettenkippen. Die Stadt Goslar weist zudem darauf hin, dass das Wegwerfen von Zigarettenkippen verboten ist: Nach § 3 der städtischen Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung dürfen Zigarettenkippen nicht auf öffentlichen Straßen und Anlagen entsorgt werden. Verstöße stellen eine Ordnungswidrigkeit dar und können mit einer Geldbuße geahndet werden.