Rettungsdienst der Zukunft: Goslar ist Vorreiter für Niedersachsen

350.000 Euro Landesmittel pro Jahr: Im Landkreis Goslar entsteht die Schnittstelle in Sachen Telenotfallmedizin für das gesamte Bundesland.

Der Rettungsdienst der Zukunft wird in Goslar koordiniert (Symbolbild).
Der Rettungsdienst der Zukunft wird in Goslar koordiniert (Symbolbild). | Foto: via dts Nachrichtenagentur

Goslar. Die geballte Kompetenz in Sachen Telenotfallmedizin für das Land Niedersachsen ist künftig in Goslar zu finden. Einen entsprechenden Kooperationsvertrag zwischen dem Landkreis und dem Landesinnenministerium unterzeichneten deren Vertreter am heutigen Donnerstag.



Das Niedersächsische Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung berichtet in einer Pressemitteilung, dass Goslars Landrat Dr. Alexander Saipa und Staatssekretär Stephan Manke heute ihre Unterschriften unter den Kooperationsvertrag gesetzt haben. Demnach entstehe die landesweite Fachstelle für Telenotfallversorgung im Landkreis Goslar. Diese nimmt zum 1. Februar den Betrieb auf.

Landkreis Goslar richtet die Koordinationsstelle für Niedersachsen ein


Der Landkreis richtet dann eine administrative, koordinierende und qualitätssichernde Stelle für das telenotfallmedizinische Versorgungssystem (AKQ-TNM) des Landes Niedersachsen ein und erhält dafür Landesmittel in Höhe von 350.000 Euro pro Jahr.


Die Telenotfallmedizin sei ein modernes Element der Notfallversorgung und ermöglicht Notfallsanitätern bei Einsätzen unmittelbar ärztliche Unterstützung per Video- und Datenübertragung - in Echtzeit. So könnten medizinische Entscheidungen schneller getroffen, Behandlungen frühzeitig eingeleitet und Ressourcen im Rettungsdienst gezielt eingesetzt werden, heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums.

Das System ergänze den klassischen Rettungsdienst und trage dazu bei, die Patientensicherheit, die Versorgungsqualität und die Effizienz der Notfallversorgung weiter zu verbessern – insbesondere in ländlichen Regionen.

Landkreis Goslar ist Vorreiter in Sachen Telenotfallmedizin


Der Landkreis Goslar übernimmt diese Aufgabe wegen seiner besonderen fachlichen und strukturellen Voraussetzungen. Der Landkreis war federführend bei der Entwicklung und Erprobung der Telenotfallmedizin in Niedersachsen.

Staatssekretär Manke erklärt: „Das telenotfallmedizinische Versorgungssystem ist ein wesentlicher Baustein für eine moderne und leistungsfähige Notfallversorgung in Niedersachsen. Mit der Vereinbarung und der Einrichtung der AKQ-TNM wird eine gute Struktur geschaffen, um Qualität, Transparenz und Verlässlichkeit im Regelbetrieb des telenotfallmedizinischen Versorgungssystems sicherzustellen.“

Landrat Saipa wertet die Kooperationsvereinbarung ebenfalls als einen wichtigen Schritt für die Ausrichtung des Rettungsdienstes der Zukunft: „Mit der Etablierung der Telenotfallmedizin steht uns ein ganz wichtiges Instrument zur Verfügung, um den rettungsdienstlichen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu begegnen.“ Die jetzt unterzeichnete Vereinbarung stelle sicher, dass der Landkreis „mit seiner umfassenden Expertise auch künftig eine führende Rolle bei der Weiterentwicklung der Telenotfallmedizin spielt und dazu beitragen darf, diesen für die Notfallversorgung der Menschen in Niedersachsen so wichtigen Baustein flächendeckend auszurollen und verfügbar zu machen.“