Goslar. Die Postfiliale in der Klubgartenstraße soll bald geschlossen werden, auch die Tage der Postbank scheinen gezählt zu sein. Nicht nur bei den Bürgern sorgt das für Unmut, sondern auch in der Politik.
Wie ein Sprecher der Postbank auf Anfrage von regionalHeute.de bestätigt, werden schon ab dem 7. April keine Postdienstleistungen mehr an der gewohnten Adresse angeboten werden, die Postbank bleibe jedoch vorerst noch geöffnet. Deren Finanzdienstleistungen und die persönliche Beratung dazu würden Kunden somit unverändert bis zur Schließung der Filiale zur Verfügung stehen, der SB-Bereich stehe bis dahin ebenfalls zur Verfügung. Wer Briefe oder Pakete verschicken möchte, könne dies künftig in den Partnerfilialen der Deutschen Post in der Breite Straße 91 sowie in der Marktstraße 32 tun.
So geht es mit der Postbank weiter
Die Filiale der Postbank werde dann im Laufe des Jahres schließen, einen konkreten Termin gebe es dafür jedoch noch nicht. Sobald dieser feststehe, werde man die Kunden über Aushänge in der Filiale informieren – so wie es jetzt auch schon bezüglich der Postdienstleistungen gehandhabt werde. Kunden der Postbank sollen ergänzend ein persönliches Schreiben erhalten. Auch nach der Schließung der Filiale in Goslar hätten die Kunden verschiedene Möglichkeiten, die Angebote der Postbank zu nutzen. Für Fragen rund um das Thema Geld stehe das Team der Postbank-Filiale im Fischzug 2 in Salzgitter zur Verfügung. Dort gebe es auch einen SB-Bereich sowie Postdienstleistungen und Ein- und Auszahlungen von Bargeld am Schalter.
Neben den Filialen stehe den Kunden das neue regionale Beratungscenter für die Beratung per Video und Telefon zur Verfügung, das man unter der Telefonnummer 0511/365 2370 erreichen könne.
Das sagt die Politik zur Schließung
Kritik an der angekündigten Schließung kommt aus den Reihen der Politik. Wie es in einer Pressemitteilung der Bundestagsabgeordneten Frauke Heiligenstadt heißt, sei die Filiale in der Klubgartenstraße 10 für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil der lokalen Infrastruktur in Goslar. Bereits vor einem Jahr habe sie sich daher an die Postbank gewandt und darum gebeten, von der Schließung Abstand zu nehmen – jedoch ohne Erfolg. Insbesondere mit Blick auf Servicedienstleistungen und Erreichbarkeit werde die Schließung der Filiale in Goslar spürbare Auswirkungen haben. Die vorgestellten digitalen Alternativen wie Telefonbanking, der Girobrief oder die gebührenfreie Nutzung von Geldautomaten der Tochtergesellschaften mögen zwar sinnvoll und fortschrittlich sein, es fehle jedoch bislang ein überzeugendes Gesamtkonzept für die flächendeckende, niedrigschwellige Versorgung aller Bevölkerungsgruppen – gerade jener, die aus Alters- oder Gesundheitsgründen auf persönliche Anlaufstellen angewiesen seien.
Auch die Oberbürgermeisterin bedauert die Schließung: "Die getroffene Entscheidung gibt der Stadt Goslar Anlass zur Sorge", betont Urte Schwerdtner. "Uns ist bewusst, dass es sich um eine unternehmerische Entscheidung handelt, die die Postbank eigenständig getroffen hat. Dennoch hätten wir uns eine andere Lösung gewünscht. Wir bedauern diese Entwicklung sehr - insbesondere mit Blick auf die vielen Bürgerinnen und Bürger, die die Angebote der Filiale der Postbank sowie der Deutschen Post/DHL am Standort in der Klubgartenstraße im Alltag nutzen. Daher appellieren wir an die Postbank, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken. Gleichzeitig werden wir uns weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die Menschen vor Ort gut versorgt bleiben und unsere Innenstadt lebendig und attraktiv ist."
