Telenotfallmedizin ein Erfolg: Großes überregionales Interesse

Mit der Telenotfallmedizin startete der Landkreis Goslar ein besonderes Pilotprojekt. Dies kommt nicht nur in Goslar gut an.

NDR-Redakteur interviewt Notfallsanitäterin Saskia Gebhardt (re.) und Rettungssanitäterin Lena Klauenberg.
NDR-Redakteur interviewt Notfallsanitäterin Saskia Gebhardt (re.) und Rettungssanitäterin Lena Klauenberg. Foto: Landkreis Goslar

Goslar. Mit dem Thema Telenotfallmedizin hat der Landkreis Goslar mittlerweile die Aufmerksamkeit in ganz Deutschland gewonnen. Nun empfing der Rettungsdienst in der Ottostraße den Norddeutschen Rundfunk: Im Rahmen der Sendung „Panorama 3“ soll die Telenotfallmedizin als neues Versorgungskonzept in der Notfallbetreuung aufgegriffen werden. Dies teilte der Landkreis mit. Das Konzept habe sich im Landkreis Goslar laut Dr. Tobias Steffen, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes, erfolgreich etabliert.


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Um den Ablauf sowie die eingesetzte Technik und Software kennenzulernen, simulierte das Filmteam des NDR gemeinsam mit Mitarbeiterinnen des Rettungsdienstes einen Einsatz der Telenotfallmedizin. Der Beitrag aus Goslar soll Teil der Ausgabe von „Panorama 3“ sein, die am Dienstag, 6. Dezember, um 21.15 Uhr im NDR ausgestrahlt wird.

Telenotfallmedizin: Was ist das?


Die Telenotfallmedizin bietet die Möglichkeit, in Echtzeit Daten von Notfallsituationen an Experten zu übertragen, sodass das Personal vor Ort in der Diagnostik und Therapie unterstützt werden kann. So sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um die Patienten im Rettungsdienst noch schneller ärztlich versorgen zu können.

Bei der Telenotfallmedizin ist es also nicht mehr zwingend notwendig, dass der Notarzt physisch vor Ort ist, sondern die ausgebildeten Notfallsanitäter durch die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien bei der Arbeit vor Ort unterstützt, berät und Entscheidungen trifft, die ausschließlich Ärzten vorbehalten sind, erklärt der Landkreis.

Überregionales Interesse


Auch in Fachkreisen wird das Thema Telenotfallmedizin verstärkt aufgegriffen, bislang veröffentlichte das Team um Dr. Tobias Steffen sechs Artikel in führenden überregionalen Fachmagazinen. „Wir freuen uns, dass die Telenotfallmedizin sowohl in der Fachpresse als auch bei regionalen und überregionalen Medien auf ein breites Interesse trifft. Unser Projekt ist ein wichtiger Ansatzpunkt, um die notfallmedizinische Arbeit zukunftsfähig zu machen“, sagt Dr. Tobias Steffen. „Es liegt natürlich zudem in unserem Interesse, die Bevölkerung mit dem Konzept des Telenotarztes vertraut zu machen. Dieses Ziel werden wir auch weiterhin verfolgen.“

Seitdem die Telenotfallmedizin in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Northeim und dem Klinikum Oldenburg im Januar 2021 als Pilotprojekt gestartet ist, habe sich das Konzept im Landkreis Goslar erfolgreich etabliert. Auch bei anderen Rettungsdienstträgern stoße das zukunftsfähige Projekt auf Interesse: Im Oktober segnete der Kreistag des Landkreises Goslar die Entscheidung ab, mit der Stadt und dem Landkreis Hildesheim eine weitere Kooperation zur Telenotfallmedizin einzugehen. Auch andere Landkreise wie Holzminden und Schaumburg haben Interesse an einer Zusammenarbeit geäußert. So der Landkreis.

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