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Häusliche Gewalt ist keine Privatsache - Stadt will Hilfsangebote bekannter machen

Laut des Bundeskriminalamts waren im Jahr 2018 insgesamt 140.755 Menschen von Partnerschaftsgewalt betroffen – davon waren knapp 114.393 weiblich.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: pixabay

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30.06.2020

Wolfsburg. In Deutschland erfährt jede vierte Frau mindestens einmal körperliche oder sexuelle Gewalt durch den aktuellen oder einen früheren Partner. Laut des Bundeskriminalamts waren im Jahr 2018 insgesamt 140.755 Menschen von Partnerschaftsgewalt betroffen – davon waren knapp 114.393 weiblich. Dabei spielen das Alter oder die soziale Schicht der Frauen keine Rolle. Auch in Wolfsburg hat erneut ein Fall von häuslicher Gewalt für Entsetzen gesorgt: 18 Jahre lang musste eine Frau psychische und physische Gewalt durch ihren Partner ertragen. Die psychischen Folgen für die Frau und ihren Sohn, der alles miterlebt hat, sind vermutlich drastisch und kaum vorstellbar. Um Frauen in solchen Situationen zur Seite stehen zu können, müssen die vorhandenen Hilfsangebote in Wolfsburg als Anlaufstellen noch bekannter werden. Dies berichtet die Stadt Wolfsburg in einer Pressemitteilung.


"Hier gilt es, neue Ideen zu entwickeln, sodass Betroffene einen unkomplizierten Zugang erhalten", erklärt Antje Biniek, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wolfsburg. Gleichzeitig müsse das Bewusstsein der Bevölkerung geschärft sowie Zivilcourage gefördert werden, denn häusliche Gewalt sei keine Privatsache. Die Stadt Wolfsburg arbeite bereits interdisziplinär mit zahlreichen Kooperationspartnern zum Thema häusliche Gewalt zusammen. Den jüngsten Vorfall von Partnerschaftsgewalt sehe Antje Biniek als Weckruf für eine kritische Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung von Partnerschaftsgewalt und der frühzeitigen Erkennung durch Institutionen und Anlaufstellen: "Das Thema häusliche Gewalt muss ganzheitlich betrachtet und geprüft werden, sodass den betroffenen Personen schnell und effektiv geholfen werden kann und gleichzeitig die Arbeit mit den Tätern nicht vernachlässigt wird."

Das bedeute unter anderem, dass Fachkräfte, welche in der Lebenswelt von Familien und Partnerschaften eine Rolle spielen und Anzeichen häuslicher Gewalt erkennen könnten, regelmäßig und zielgerichtet geschult werden müssen. Nach den Sommerferien möchte die Gleichstellungsbeauftragte in enger Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Fachbereichen die ersten Ansätze und Konzepte entwickeln.


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