Hammer-Märkte in der Krise: Räumungsverkauf in vielen Filialen startet

Nach dem erneuten Insolvenzantrag der Hammer Raumstylisten GmbH gibt es nun Gewissheit über die nächsten Schritte.

Wie geht es mit den Hammer-Märkten in der Region weiter?
Wie geht es mit den Hammer-Märkten in der Region weiter? | Foto: Matthias Kettling

Region. Bereits Mitte Februar berichtete regionalHeute.de darüber, dass sich auch die Hammer Raumstylisten GmbH, die die insolventen Hammer Fachmärkte der Brüder Schlau Gruppe übernommen hatte, im vorläufigen Insolvenzverfahren befindet. Der vorläufige Insolvenzverwalter Stefan Meyer von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH zieht eine erste Zwischenbilanz – und kündigt zugleich Veränderungen für zahlreiche Filialen an.



Wie es in einer Pressemitteilung am heutigen Montag heißt, sei es der Unternehmensführung und dem Team des vorläufigen Insolvenzverwalters gelungen, den Geschäftsbetrieb durch diverse Maßnahmen zu stabilisieren. Mit wenigen Ausnahmen seien alle 87 Fachmarktfilialen weiterhin geöffnet. Die Löhne und Gehälter der rund 1.100 Mitarbeiter seien bis Ende März 2026 über das Insolvenzgeld abgesichert.

Verhaltenes Interesse


Hinsichtlich der Suche nach Käufern hieß es, dass die beauftragten Experten (M&A-Berater) über 300 potenzielle Interessenten aktiv angesprochen hätten. Die Resonanz sei bisher jedoch verhalten geblieben, was unter anderem mit dem schwierigen Marktumfeld im Einzelhandel zusammenhänge. Aktuell seien noch sechs Parteien im Prozess aktiv. Davon hätten lediglich zwei Parteien Interesse bekundet, das Unternehmen als Hammer-Fachmarkt mit einer reduzierten Anzahl von Standorten weiterzuführen.

Räumungsverkauf in rund der Hälfte der Filialen


Die anderen vier Interessenten stammten aus der Food- und Non-food-Branche und beabsichtigten, ihre eigenen Geschäftskonzepte auf den Flächen fortzusetzen. Diese hätten jedoch signalisiert, die Mitarbeitenden an den jeweiligen Standorten übernehmen zu wollen.

Da für rund die Hälfte der Filialen kein Interessent für die Fortsetzung des Hammer-Fachmarkt-Konzepts zur Verfügung stehe, werde in diesen Filialen mit Beginn der laufenden Kalenderwoche (ab dem 16. März) jeweils der Räumungsverkauf eingeleitet, um diese Flächen für andere Konzepte freizuziehen. In Abstimmung mit den Vermietern soll dann versucht werden, die Flächen möglichst unter Erhalt der dortigen Arbeitsplätze an diese Interessenten zu überführen. Welche Filialen in der Region betroffen sind, wird nicht mitgeteilt.

Wie geht es weiter?


Der vorläufige Insolvenzverwalter und sein PLUTA-Team würden gemeinsam mit dem M&A-Berater Dr. Wieselhuber & Partner, dort projektverantwortlich Dr. Marcus Backes, weiterhin mit Hochdruck daran arbeiten, bis zu der Anfang April 2026 geplanten Eröffnung des Insolvenzverfahrens eine Fortführungslösung zu finden. Das Ziel bleibe, einen Weg zu finden, mit dem das Traditionsunternehmen Hammer auf Basis des nachjustierten, bestehenden Konzepts und einer maximal möglichen Anzahl von Fachmärkten und Standorten und einem Großteil der Arbeitsplätze erhalten bleiben kann, was auch für die Gläubiger und alle anderen Verfahrensbeteiligten unzweifelhaft die beste Lösung wäre.

„Auch wenn die vorgefundenen Voraussetzungen ausgesprochen anspruchsvoll sind und ein Durchbruch im M&A-Prozess noch nicht greifbar ist, werden wir weiterhin alle uns möglichen Hebel in Bewegung setzen, um eine Fortführungslösung für das Hammer-Fachmarkt-Konzept zu finden, zumindest aber eine Lösung, die möglichst viele Standorte und damit Arbeitsplätze erhält, sei es auch ganz oder teilweise unter einem anderen Konzept und einer anderen Verantwortung“, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter und PLUTA-Managing-Partner Stefan Meyer.

In den kommenden beiden Wochen soll in enger Abstimmung mit dem Gläubigerausschuss entschieden werden, wie es bei Hammer konkret weitergehen kann, das heißt, ob eine dauerhafte und insbesondere belastbare Fortführungslösung für das Unternehmen zu erzielen ist.